Eine ganz lockere Prozedur

Jedes Jeans, jeder Pullover und jedes T-Shirt im WK kennt diese Mitarbeiterin spätestens seit Samstag in- und auswändig: Mit 144 weiteren Zählern brachte sie die Inventur des Kaufhauses über die Bühne.

WERDOHL ▪ „The same procedure as last year“, frotzelt WK-Chef Manfred Beiske in Anspielung an den Silvester-Evergreen „Dinner for one“: Die gleiche Prozedur wie im vorigen Jahr, denn stets am ersten Samstag im Jahr schließt das Werdohler Kaufhaus um 14 Uhr, um eine körperliche Inventur vorzunehmen. Von Michael Koll

100 Festangestellte und 45 „Fremdleute“, also fünf mehr als noch 2012, erklärt Beiske, hatten jedoch schon um 13 Uhr begonnen nicht nur Erbsen, sondern auch BHs, Schokoladentafeln und Spielzeugtiere aus Kunststoff zu zählen. Was aktuell noch verkauft wurde, hielten die Scannerkassen fest. Das wurde schließlich verrechnet.

15 Helfer waren erstmals dabei. Die anderen „Fremden“ – Hausfrauen, Schüler, ehemalige Angestellte und Studenten – kommen gerne wieder. „Die Stimmung ist immer ganz locker“, weiß der WK-Geschäftsführer, „das läuft ganz locker und routiniert ab.“

Zwischendurch gingen die Inventur-Helfer mit den Festangestellten in Gruppen zum Essen. Im Angebot waren Erbsen-, Linsen- und Kartoffelsuppe – „the same procedure as last year“. Diplom-Betriebswirt Beiske prognostizierte: „Ich gehe davon aus, dass bis zur ‘Tagesschau’ auch der Letzte zuhause ist.“

Schließlich sei die Inventur nicht mehr so aufwändig wie noch im Vorjahr. „Wir haben rund 200 Quadratmeter mehr Fläche für Textilwaren. Die sind einfacher und schneller zu zählen als Hardware.“ Denn gezählt wurde tatsächlich, auch kleinste Artikel wurden in die Hand genommen. Deren Menge wurde nicht bloß geschätzt.

In 2013 werde es keine große Sortimentsumstellung im WK geben. „Doch wir sind ja ein atmendes Unternehmen“, hob Beiske hervor, „müssen uns den Herausforderungen des Marktes stellen.“ Konkret bedeute dies, dass neue Mode-Labels im Bereich Damen-Oberbekleidung nach Werdohl geholt würden. Der WK-Boss informiert sich fortwährend auf Messen und manchmal wünschten sich sogar Kunden spezielle Klamotten-Hersteller im Angebot.

Vor der Inventur – zwischen Weihnachten und dem vorigen Samstag – wurden bereits die Bestände im Lager gezählt. Dafür waren Mitarbeiter freigestellt worden. Übrigens: Den Start der körperlichen Inventur überwachte – wie gehabt – zwei Stunden lang ein Wirtschaftsprüfer. Auch da galt: „The same procedure as every year.“

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