„Steine kommen und Steine gehen, aber Jesus bleibt“

„Es gibt einen Ort, da kann ich beten und dort ist mein zu Hause“, sagte Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg angesichts des Umzugs seiner Gemeinde. In den vergangenen 30 Jahren hat ihn das Tuch mit dem Antlitz Jesu Christi immer begleitet.

WERDOHL ▪ Nach über 40 Jahren endete mit dem letzten Gottesdienst eine Ära im evangelischen Paulus-Gemeindehaus in Pungelscheid. Von nun an wird der Ort kein kirchlicher Treffpunkt mehr sein. In Zukunft ziehen die Gemeindeglieder in die Kreuzirche um.

„Heute kein Kindergottesdienst“ war auf der Eingangstür zum Gemeindesaal zu lesen. Stattdessen kamen am Sonntagvormittag alle Generationen zu einem letzten Gottesdienst im Paulus-Gemeindehaus zusammen. „Fast wie an Weihnachten“, sagten einige der Besucher. Der Kirchenraum war voll bis auf den letzten Platz und wer zu spät kam, für den blieb nur noch ein Stehplatz übrig.

Mit einer würdigen und sehr emotionalen Predigt verabschiedete sich Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg von seinem Haus und richtete gleichzeitig den Blick nach vorn: „Steine kommen und Steine gehen, aber Jesus bleibt“. Nichtsdestotrotz flossen bei vielen Gläubigen die Tränen angesichts einer langen Geschichte, die jeden einzelnen mit dem Paulus-Gemeindehaus verbindet. Im Jahr 1968 wurde der Bau des Gebäudes auf den Weg gebracht. Ein Jahr später fand die Grundsteinlegung statt, bevor das Haus im Jahr 1971 seiner Bestimmung übergeben wurde. In dieser Zeit haben insgesamt fünf Geistliche ihren Dienst in der Gemeinde verrichtet. Allein Pfarrer Kuhlo-Schöneberg war über 13 Jahre als Seelsorger im Paulus-Gemeindehaus tätig. Doch die Arbeit trug er nicht allein. „Stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer möchte ich einige Menschen an dieser Stelle ehren“. Zwei Jahre lang haben Uwe und Christa Trester den Pungelscheider Chor geleitet, der auch im abschließenden Gottesdienst auftrat. Manfred Ludena hielt als Gebäudewart das Gemeindehaus in Schuss und Dagmar Schröder sorgte über zehn Jahre lang für dessen Sauberkeit. Über zwölf Jahre lang leitete Irmgard Eckardt das Krippenspiel und den Vorkonfirmationsunterricht. Annegret Glinkowski setzte sich als ehrenamtliche Küsterin für die Gemeinde ein. Die Kinder- und Jugendarbeit prägte Traude Rittinghaus über einen Zeitraum von 30 Jahren; und Friedel Huth war es, der mehr als 40 Jahre die Gemeindearbeit mit seinem handwerklichen Wissen tatkräftig unterstützt hat.

Sie alle bekamen aus den Händen des Pfarrers eine Urkunde und einen Blumenstrauß überreicht. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gemeindeglieder zu einem gemeinsamem Mittagessen eingeladen. „Und sobald wieder Stille einkehrt, darf sich jeder von dieser Kirche verabschieden und eine Kerze anzünden“, so Pfarrer Kuhlo-Schöneberg. Die Gemeindearbeit wird weitergehen, wenn auch an anderer Stelle. Für viele Gegenstände, wie die Orgel, das E-Piano oder die Bestuhlung, sind bereits neue Verwendungen gefunden.

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