Die letzten Tage Sport in der Jahnturnhalle

+
Die obere Jahnturnhalle wird derzeit noch für den Schulsport der katholischen Grundschule genutzt. Die Kinder besuchen nach dem Schulhalbjahreswechsel Anfang Februar die Köstersberghalle.

Werdohl - Für die meisten Werdohler kam Ende vergangenen Jahres der Beschluss des Rates, die Jahnturnhalle zu schließen, sehr überraschend. Die Verwaltung organisiert gerade die Verlegung der sporttreibenden Gruppen in andere Hallen.

Das etwa 100 Jahre alte Gebäude wird ab Anfang Februar leer gezogen. Was mit danach mit dem Gebäude geschieht, ist derzeit noch unklar. Die über den beiden Hallen liegenden Wohnungen, einige Zeit an Flüchtlinge vermietet, stehen leer. Die Jahnturnhalle besteht aus zwei Hallen: Die obere Halle ist moderner und mit einem Weichboden ausgestattet. Hier können auch aufgrund der genügenden Deckenhöhe alle Sportarten ausgeübt werden. Alle nötigen Spielfeldmarkierungen sind angebracht. 

Die untere Halle verfügt über eine nur geringe Deckenhöhe und einen harten Holzboden. Mit Prallschutz verkleidete Hallenpfeiler ragen in das Spielfeld. Die obere Halle wird noch bis zum Schulhalbjahreswechsel Anfang Februar von der katholischen Grundschule genutzt. Danach ziehen die Kinder in die nur etwas weiter entfernt liegende Köstersberghalle um. 

Der Parkettboden der unteren Jahnturnhalle schwingt nicht, wie Abteilungsleiterin Regina Wildenburg hier andeutet. Deshalb und wegen der geringen Deckenhöhe ist die Halle nur eingeschränkt nutzbar

Die Integration in die Stundenpläne ist Sache der Schulleitung, nicht der Stadtverwaltung. Regina Wildenburg, Leiterin der Abteilung Recht, Schule, Kultur und Sport bei der Stadtverwaltung und der für die Sportstättenbetreuung zuständige Ulli Betten haben bereits mit allen Nutzern der Jahnturnhalle Kontakt aufgenommen. Alle bekannten Nutzer, Vereine und Gruppen sind mit einem Fragebogen angesprochen worden. Bis heute sollen die Vereine ihre Antworten bei der Stadt zurückgegeben haben. 

Es geht um eine Übersicht, welche Übungsstunden und welche Geräte zu welchen Zeiten von wie vielen Personen gebraucht werden. Ulli Betten: „Ein Großteil der Antworten haben wir schon.“ In Verbindung mit dem Stadtsportverband werden die Antworten abgeglichen und gemeinsam werde nach Möglichkeiten gesucht, möglichst alle Vereine und Gruppierungen in anderen Sportstätten der Stadt unterzubringen.

Entwicklung eines Notfallplans 

Als es noch die Überlegung gab, die Turnhalle Eveking aktuell zu schließen, habe man eine Art Notfallplan entwickelt, der jetzt helfen würde, die Belegungszeiten zu koordinieren. Wildenburg und Betten sind sich sicher, die meisten Bedürfnisse befriedigen zu können. Es gebe auch Gruppen, die nach Erhalt des Fragebogens festgestellt hatten, dass sie die eingetragene Hallenzeit schon lange nicht mehr nutzen. Drei solcher Freizeitsportgruppen fielen aus diesem Grunde weg. 

Betten: „Wir können sicherlich nicht jeden Wunsch erfüllen.“ Manche Vereinsvertreter wollen wiederum nicht in bestimmte andere Hallen, weil sie dort ihren Sport nicht ausüben könnten. Das gelte es auch zu berücksichtigen. Den meisten Erwachsenen sei es zuzumuten, woanders hin zu fahren. Eine gewisse zeitliche Flexibilität sei auch zu erwarten. 

Ulli Betten, bei der Stadt beauftragt mit der Betreuung der Sportstätten, im Geräteraum der unteren Jahnturnhalle.

Neben dem Schulsport sind die Hauptnutzer der Jahnturnhalle die Bogenschützen, die Judokas sowie verschiedene Gruppen vom TuS Jahn und von der DJK TuS Westfalia. Bogenschützen und Judoka haben auch besondere Anforderungen, was die Unterbringung ihres Materials betrifft. Einmal im Jahr veranstalten die Mitglieder des Kaninchenzuchtvereins ihre Lokalschau in der Jahnturnhalle, die Züchter müssen sich einen anderen Ort für ihre Lokalschau suchen. Das hat aber noch Zeit bis November.

Für die Offene Ganztagsbetreuung der katholischen Grundschule, die bislang auch die Jahnturnhalle genutzt hat, gibt es jetzt Bewegungsmöglichkeiten im Schulgebäude. Früher von der VHS im Grundschulgebäude genutzte Räume stehen der Schule jetzt wieder zur Verfügung. 

Auf vielen verschiedenen Wegen werde es sicherlich gelingen, allen Nutzern der Jahnturnhalle eine zumutbare Alternative zu ermöglichen. „Wir sind zum Sparen gezwungen“, erklärt Regina Wildenburg die Position der Stadt: „Eine Alternative zur Schließung dieser Halle wäre die weitere Anhebung der Grundsteuer für alle Bürger dieser Stadt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare