Klassenbester weiß: „Der Schlüssel ist die Sprache“

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Insgesamt 24 Kursteilnehmer und vier externe Prüflinge bestanden den Integrationskurs der VHS. Stolz nahmen viele von ihnen am Mittwoch ihre Zeugnisse entgegen.

Werdohl - Nach sieben Monaten Büffeln konnten am Mittwoch 28 Prüflinge zufrieden ihre Zeugnisse für den bestandenen Integrationskurs entgegennehmen.

In der Volkskochschule (VHS) Lennetal hatten 24 von ihnen etwa ein dreiviertel Jahr lang montags bis freitags jeweils vier Stunden verbracht, dazu kamen viele Hausaufgaben und Übungen.

„Bei der Prüfung hatten wir noch vier externe Teilnehmer. Sie sind nur zum Test in die Volkshochschule gekommen und haben alle bestanden“, erzählte Barbara Funke, Leiterin der Volkshochschule bei der Zeugnisvergabe. „Nun könnt ihr einen Beruf aufnehmen, auf Arbeitssuche gehen oder eure Deutschkenntnisse weiter vertiefen“, gab sie den Teilnehmern mit auf den Weg. Diese nahmen anschließend stolz ihre Urkunden entgegen, eine Blume gab es für jeden dazu.

Begonnen hatte der Kurs im vergangenen Sommer, im März schloss er mit einer Sprachprüfung und einem Orientierungstest ab. Bei Letzterem wurden unter anderem politische und kulturelle Kenntnisse abgefragt, alle Kursteilnehmer bestanden diesen Teil.

Eine besondere Herausforderung während des Deutschunterrichts war für Funke und die beiden Dozentinnen für Deutsch als Zweitsprache, Caren Tittel und Hacer Breil, die Herkunft der Kursteilnehmer: „Es war für uns relatives Neuland. Die meisten von ihnen sind arabisch alphabetisiert und haben ganz andere kulturelle Hintergründe. Trotzdem hat es insgesamt sehr viel Spaß gemacht“, sagte Tittel.

El Morabit hat als Kursbester abgeschnitten.

Dass sich die Mühe am Ende lohnt, weiß El Morabit. Er bestand die Sprachprüfung mit 100 Punkten als Kursbester. Bereits 2013 hatte er in Plettenberg einen Integrationskurs besucht. „Damals habe ich nicht so viel gelernt, die deutsche Sprache war mir viel zu schwer. Also dachte ich, ich mache lieber erst einmal meinen Führerschein und habe nicht so gut abgeschnitten“, erzählt er.

Anschließend habe er eine Arbeit gefunden und durch die praktische Übung besser Deutsch gelernt. Vergangenes Jahr meldete er sich schließlich in Werdohl für einen Deutschkurs an. „Und jetzt habe ich mit 100 Punkten bestanden“, ist El Morabit stolz auf seine Leistung. „Wenn man gut spricht, hat man bessere Chancen. Die Türen sind verschlossen und der Schlüssel ist die Sprache“, weiß er aus eigener Erfahrung: Der Kursbeste kann dank seiner Sprachkenntnisse nun eine Ausbildung beginnen.

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