Das „Lennetal Kochbuch“ ist mehr

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Michael Kaub mit seinem Kochbuch. ▪

WERDOHL ▪ „Man nehme!“ – diese Anweisung sucht jeder Leser im neuen „Lennetal Kochbuch“ von Michael Kaub vergeblich. Der Journalist und Pressesprecher der Stadt Hagen, der selbst in Plettenberg zu Hause ist, stellt vielmehr auf 196 Seiten die Region „zwischen Burg Altena und Märkischer Hotte“ vor und lässt fast so nebenbei einen Blick auf die dortige Küche zu.

Genau 150 Rezepte hat der 40-Jährige gesammelt und abgedruckt. Doch seine heimischen Verwöhntipps sind eben nicht, wie das so häufig in Kochbüchern der Fall ist, mit kleinen putzigen Zeichnungen oder Zutaten-Fotos garniert: Wer gemischten Blattsalat, Gänsefutter, Kartoffelpizza, Schweinenacken in Bier oder einen Eier-Nudel-Auflauf nachkochen will, stößt dabei auf viele Fotografien von Landschaften und typischen Ortsansichten. Zahlreiche unterhaltsame Geschichten berichten zwischen den Rezepten über Land, Leute, Landschaft und historische Besonderheiten im märkischen Lennetal.

Das etwas andere Kochbuch des Michael Kaub ist weit mehr als eine pure Verbeugung vor der traditionell deftig-westfälischen Küche im Lennetal. Der Autor hat es verstanden, die Gerichte, wegen ihrer Einfachheit und Kalorienfülle früher oft geschmäht, wieder ins rechte Licht zu rücken. Seine Rezepte fand er durch das Studium alter, handschriftlich überlieferter Rezeptbücher, aber auch durch Gespräche mit den Menschen der Lenneschiene.

Kaub wünscht sich, dass seine Anregungen für Herd, Backofen oder Getränke nachgekocht beziehungsweise nachbereitet werden und „die Seiten dieses Buches so im Laufe der Zeit dann zusammenkleben. Ein gutes Kochbuch erkennt man schließlich daran, dass es gerne in die Hand genommen wird.“

Johannes Bonnekoh

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