Große Freude über nachgeholten Schulabschluss

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Anstoßen auf einen erfolgreichen Abschluss: Elf junge Männer und Frauen haben gestern in der VHS ihre Abschlusszeugnisse der Fachoberschulreife erhalten.

Werdohl - Sie sei „sehr stolz“ bekennt Jennifer Gora. Die 26-jährige Werdohlerin hat gerade wie zehn andere Absolventen bei der Volkshochschule ihr Zeugnis erhalten, das ihr die Fachoberschulreife attestiert. Wie viele ihrer Mitschüler strahlt sie über das ganze Gesicht.

25 junge Frauen und Männer haben vor ziemlich genau einem Jahr den Tageslehrgang zur Erlangung des Schulabschlusses der Sekundarstufe 1 begonnen. Durchgehalten und die Abschlussprüfung erfolgreich bestanden haben elf. Dennoch ist VHS-Leiterin Barbara Funke zufrieden mit dieser Quote: „Das ist eines der besten Ergebnisse der letzten Jahre“, sagte sie am Freitag. Außerdem hätten sechs und damit mehr als die Hälfte der erfolgreichen Absolventen durch gute Noten sogar die Qualifikation zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe erworben.

Funke betonte die Wichtigkeit solcher Lehrgänge: „Die Zahl junger Menschen, die die Schulen ohne Abschluss verlassen, ist nach wie vor recht groß. Die meisten von ihnen bleiben ohne Ausbildung, viele langfristig auch ohne Aussicht auf einen Arbeitsplatz“, erklärte sie. Ihre Integration in die Berufs- und Arbeitswelt werde durch die jüngste arbeitsmarktpolitische Entwicklung immer schwieriger. Funke: „Die Arbeitsmarktrisiken dieser Gruppe haben sich damit erheblich vergrößert.“ 

1080 Stunden in sechs Fächern

Vor den Erfolg hätten die Bedingungen der VHS Lennetal und die Prüfungsordnung hohe Hürden gesetzt. Nur wer die überwinde, werde zur Prüfung zugelassen, sagte Funke weiter: „Und wir senken das Leistungsniveau nicht ab, nur um die Erfolgsquote zu erhöhen.“ Erfolgreiche Berufswege ehemaliger Teilnehmer zeigten, dass es sinnvoll sei, Leistung zu fordern, betonte Funke.

Nach 1080 Stunden Unterricht in sechs Fächern konnten gestern Engin Albayrak, Ergün Albayrak, Eleni Anasthasiou, Mehmet Cona, Michelle Dürr, Melissa Dunker, Jennifer Gora, Saskia Kirsebauer-Preuß, Özgün Toros, Lydia Wiebe und Max Zimmermann ihre staatlichen Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen.

"Ich muss etwas aus meinem Leben machen"

Jennifer Gora blickte noch einmal zurück: „Ich bin alleinerziehende Mutter und muss etwas aus meinem Leben machen“, habe sie erkannt. Wie es für sie nun weitergehe, sei aber noch offen.

Anders sieht das bei Lydia Wiebe aus. Sie hat bereits eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin begonnen. Ein Jahr ist sie täglich aus Halver zum Lernen nach Werdohl gekommen. „Für Mütter mit Kindern ist das die einzige Möglichkeit, zu einem Schulabschluss zu kommen“, erklärte sie mit Blick auf die Tatsache, dass in der Region ein solcher Vollzeitlehrgang nur in Werdohl angeboten wird.

Ein neuer vom Land geförderter und damit für die Teilnehmer kostenfreier Lehrgang beginnt am 30. August. Einige Plätze sind noch frei.

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