Musikschulleiter berichtet

Im Lennetal geht die Zeit der Blockflöte zu Ende

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Musikschul-Leiter Armin Sommer zeigt auf seinem Bildschirm eine moderne Bass-Blockflöte, die im Lennetal allerdings nicht unterrichtet wird.

Lennetal – Der heutige 10. Januar ist der Tag der Blockflöte. Seit 2007 wird er stets an diesem Datum gefeiert. Im Lennetal indes feiern nicht allzu viele mit.

Denn selbst an der Musikschule Lennetal hat dieses Instrument längst nicht mehr die Bedeutung, die ihm einst beinahe naturgemäß zustand. 

Musikschulleiter Armin Sommer erinnert sich noch gut an diese Zeit: „In den 1970er- und auch noch 1980er-Jahren galt die Blockflöte als Einstiegsinstrument.“ Doch heute lernen laut Sommer nur noch knapp fünf Prozent der heimischen Musikschüler das Blockflöte-Spielen. 

Streichinstrumente viel beliebter

Warum dies so ist, weiß Sommer allerdings nicht. „Das ist teilweise auch regional unterschiedlich. Bei uns liegen Gitarre, Keyboard und mit Cello, Geige und Viola auch die Streichinstrumente klar vorne“, erklärt der Lennetaler Musikschulleiter. „Blockflöte lernen über das Projekt Jekits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen, Anm. d. Red.) im dritten und vierten Schuljahr derzeit 47 Mädchen und Jungen. Dazu kommen noch einmal sieben Jugendliche und Erwachsene.“ 

Bei insgesamt fünf Blockflöten-Lehrern an der Musikschule Lennetal sind damit durchaus noch Kapazitäten offen – auch für Erwachsene sowie Neueinsteiger. 

Blockflötenstar aus der Schweiz

Der Schweizer Maurice Steger ist seit einigen Jahren ein Star mit seinem Blockflötenspiel. Er hat etliche CDs veröffentlicht und viele Preise gewonnen. Bis in den Märkischen Kreis ist die Begeisterungswelle für dieses Holzblasinstrument indes nicht geschwappt. Schulleiter Sommer erklärt: „Heute geht man viel schneller hin und sagt den Kindern: ,Spiele lieber gleich Dein Wunschinstrument.’“ 

So gebe es beispielsweise spezielle, kindgerecht gebogene Querflöten, die auch Jüngere problemlos beherrschen könnten. Und auch fürs Erlernen des Trompetenspiels sei das vorherige Blockflötenspiel nicht mehr vonnöten. 

Erste Erwähnungen bereits im 11. Jahrhundert

Erste Erwähnungen der Blockflöte datieren aus dem 11. Jahrhundert. Sommer indes weiß: „Erste Flöten aus aufgebohrten Knochen gab es allerdings schon vor rund 45 000 Jahren.“ Heute gibt es mehr als 30 Arten. „Seit den 1990er-Jahren werden im Schwäbischen besonders tieftönende Blockflöten hergestellt.“ Diese fast mannshohen Instrumente kosten rund zweieinhalb Tausend Euro und sind nicht rund, sondern viereckig. 

„Hier im Lennetal unterrichten wir bei den Jüngeren allerdings zumeist die Sopranflöte – bei den Älteren auch Alt und Bass, allerdings in der klassisch runden Form“, erläutert Armin Sommer. 

In Konkurrenz zu anderen Instrumenten

Dass die Beliebtheit der Blockflöte zurückgeht, sei im Lennetal nun auch schon seit Ende der 1980er-Jahre so. „In den 70er-Jahren hat man noch gesagt: ,Die Blockflöte ist bezahlbar.‘ Dann hat eben jedes Kind eine bekommen“, erinnert sich Sommer. „Heute steht die Blockflöte indes gleichberechtigt neben vielen anderen Instrumenten und somit in Konkurrenz zu diesen.“

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