Lenneroute: Die Skepsis überwiegt bei Anwohnern

Die Spitze der Stadtverwaltung stand beim Anwohnertermin Rede und Antwort.

WERDOHL ▪ Das Stimmungsbild war eindeutig – die von der Optimierung der Lenneroute im Bereich Ütterlingsen betroffenen Anwohner ließen ihren Unmut deutlich spürbar werden. Eine Anwohnerin brachte es auf den Punkt: „Von meiner Seite aus sage ich klipp und klar ‚Nein‘.“

So, wie die geplante Verlegung des Radwegs von der Verwaltung am Mittwochabend im Clubheim des TC Werdohl präsentiert wurde, kam aus den Reihen der Ütterlingser starker Gegenwind. Keiner der etwa 40 Anwesenden wollte dem Entwurf etwas Positives abgewinnen – zu groß scheinen die Bedenken unter den Grundstückseigentümern zu sein, entlang deren Eigentum die Lenneroute eventuell verlegt werden könnte.

„Die Entwürfe bekommen Sie, als betroffene Bürger, als Erste zu sehen“, versuchte Wilfried Arlt aus der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement die Bedenken außer Kraft zu setzen, dass über die Köpfe der Anwohner hinweg Entscheidungen getroffen würden. „Wir sitzen heute noch vor dem Planungsverfahren mit Ihnen zusammen, um unseren guten Willen zu zeigen und Ihre Anregungen aufzunehmen. Geben Sie uns die Chance“, bat auch Bürgermeister Siegfried Griebsch die Versammlung um konstruktive Beiträge.

Neben der Frage zur Finanzierung der Lenneroute interessierte auch, wer die Folgekosten zu tragen habe. Fachbereichsleiter Bernd Mitschke informierte, dass sämtliche Kosten vom Bund übernommen würden, sobald der Radweg von der B 236 weg und parallel zur Trasse verlaufe.

Und was passiert, wenn sich Anwohner standhaft weigern, die Lenneroute zu akzeptieren? Eine Enteignung wäre theoretisch möglich, räumten die Verwaltungsvertreter ein. „Das kann aber nicht unser Ziel sein“, so Griebsch. Der Lückenschluss nach Altena solle möglichst zügig erfolgen. Die sehr zeitintensiven Enteignungsverfahren werden von der Verwaltung daher vorab nicht in Betracht gezogen. „Wir streben eine gemeinsame Lösung an.“ Arlt ergänzte in diesem Zusammenhang, dass er im Rahmen des Entwurfs dazu angehalten sei, mehrere Strecken-Alternativen anzubieten – die aktuell zur Diskussion stehende hält die Verwaltung aber für die Sinnvollste.

„Bei dieser Planung gibt es aber eins zu bedenken. Die Grundstücke sind krumm und schief und allein aufgrund des Hochwassers kann dort jedes Jahr neu gepflastert werden“, wies ein Zuhörer auf die topografische Besonderheit hin. Zudem sieht der Anwohner die Gefahr, dass die Grundstücke „versumpfen, weil soweit ausgekoffert werden muss, dass das Wasser dorthin abfließt“. Des Weiteren befürchten die Ütterlingser eine Verschmutzung ihrer Grundstücke durch die Nutzer. Außerdem wurde die Frage nach der Frequentierung der Lenneroute laut.

„Ihr Meinungsbild ist angekommen“, versicherte Griebsch abschließend und versprach, zu einer neuen Versammlung einzuladen, sobald sich ein klareres Bild abzeichne. ▪ sr

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