Zwischen Werdohl und Plettenberg

Lenneroute: Lückenschluss plötzlich wieder in weiter Ferne

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Der Radweg der Lenneroute an der B236 zwischen Werdohl und Plettenberg muss noch einmal neu geplant werden und soll nun nicht mehr im Uferbereich gebaut werden, sondern als Betonkragen direkt an der Straße.

Werdohl/Plettenberg - Nach einer jahrzehntelangen Hängepartie schien der Radweg-Lückenschluss der Lenneroute zwischen Werdohl und Plettenberg in greifbare Nähe gerückt.

Sogar die mehrmonatige Vollsperrung, die voraussichtlich ab Ende Juli aufgrund des Gasleitungsbaus auf der B 236 ansteht, wollte man nutzen, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Doch das ist jetzt hinfällig. Die Vollsperrung kommt – und am Radweg passiert weiter gar nichts. 

Wie Plettenbergs Stadtplaner Matthias Schröder in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses erklärte, gibt es einen erneuten Rückschlag: „Die Lenneroute gibt es seit 1993. Wir sind schon so lange dran und kommen irgendwie nicht weiter“, sagte Schröder. Mehr als 25 Jahre nach dem Startschuss seien erst 60 Prozent der insgesamt 142 Kilometer langen Strecke zwischen Winterberg und Hagen fertig. 

Über Jahre nicht viel passiert

Verkehrsminister Michael Groschek habe die Lenneroute auf die Prioritätenliste gesetzt, sei dann aber selbst abgewählt worden. Noch dazu sei durch strukturelle Probleme beim Landesbetrieb Straßen.NRW zwischen 2013 und 2015 nicht viel passiert. 

Was den Verlauf des Radwegs hinter Teindeln angeht, erklärte Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte, dass Straßen.NRW den Radweg zuletzt ein Stück oberhalb des Lenneniveaus im Hang geplant habe. Vorgesehen war eine Konstruktion aus bewehrter Erde, wie sie zuletzt auch an der Affelner Straße zum Einsatz kam. 

Planung reif für die Mülltonne

Straßen.NRW-Projektleiter Dirk Stiepert erklärte auf Anfrage, warum die Planung nun reif für die Mülltonne sei: „Ein von uns beauftragter Gutachter hat festgestellt, dass ein Radweg in diesem Bereich und in dieser Bauweise einem starken Hochwasser nicht standhalten würde. Deshalb ist diese Variante leider hinfällig geworden und wir stehen jetzt praktisch wieder am Anfang.“ 

Auch in der Sitzung des Werdohler Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstag war der Radweg-Lückenschluss ein Thema. Fachbereichsleiter Thomas Schroeder berichtete aus einer Arbeitskreissitzung mit Vertretern der Städte an der Lenneroute, die in der Vorwoche stattgefunden habe. „An dieser Stelle sind wir noch nicht über den Berg“, gab Schroeder dem Ausschuss zu verstehen, dass es für den Lückenschluss zwischen Werdohl und Plettenberg in absehbarer Zeit keine Lösung geben wird. 

Zurück zur ursprünglichen Lösung

Ganz so pessimistisch ist man beim Landesbetrieb Straßen.NRW offenbar nicht. Man werde nun wieder die ursprünglich angedachte Lösung anstreben – eine Art Betonkragen auf dem Höhenniveau der Bundesstraße 236, erklärte Projektleiter Stiepert. Dieser sei technisch deutlich aufwendiger und teurer, aber offenbar die einzig praktikable Lösung. Doch diese Planung müsse erst einmal mit der Oberen Wasserbehörde abgestimmt werden. 

Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung in Arnsberg, bestätigte, dass in Sachen Radwege-Lückenschluss noch keine endgültige Einigung mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW gefunden sei, denn auch die Planung mit einem an der B 236 angeflanschten Radweg müsse noch geprüft werden. Nach den Sommerferien sei ein Gesprächstermin geplant, bei dem das Thema besprochen werden soll. 

Erneute Vollsperrung

Falls man sich auf die beschriebene Lösung einigt, dürfte noch einiges an Planungszeit vergehen. Ein Baustart wäre laut Projektleiter Dirk Stiepert frühestens 2021 denkbar. „Bei dieser Lösung ist eine erneute Vollsperrung der B 236 leider unvermeidbar, da Bohrungen im Hangbereich vorgenommen werden müssen“, so Stiepert. Nach der demnächst geplanten Vollsperrung der Bundesstraße wegen des Gasleitungsbaus müssen die Verkehrsteilnehmer also mittelfristig eine erneute Vollsperrung auf der viel befahrenen B 236 zwischen dem Kettling und Teindeln erdulden.

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