Einigung zwischen Straßen.NRW und Oberer Wasserbehörde

Überraschende Ansage zum Lückenschluss der Lenneroute: "Radweg wird gebaut"

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Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Kutschaty (4. von rechts) hatte sich Anfang August während eines Ortstermins über die Probleme beim Lückenschluss der Lenneroute informiert. Der Werdohler Ratsherr Jürgen Henke (links) hat Kutschaty dazu eingeladen. Henke hat sich über Jahre hinweg für den Weiterbau des Radwegs eingesetzt.

„Der Radweg wird gebaut.“ Mit dieser Ankündigung – die das Ende eines jahrzehntelangen Stillstands bedeuten würde – überraschte SPD-Ratsherr Jürgen Henke am Dienstag die Redaktion.

Werdohl – Wann der Lückenschluss der Lenneroute zwischen Werdohl und Plettenberg erfolgen könnte, ist allerdings noch offen. 

Henke, der das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder ins Gespräch gebracht und hartnäckig nachgehakt hatte, erhielt am 7. Oktober ein Schreiben, das ihm der SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Kutschaty weitergeleitet hatte. Verfasser ist NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU).

Kutschaty war Anfang August nach Werdohl gekommen, um sich über die Probleme im Zusammenhang mit dem Lückenschluss der Lenneroute zu informieren. Er hatte Henke und unter anderem dem Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte im Rahmen dieses Termins versprochen: „Ich werde Druck machen, das Gespräch mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst suchen und ihn zur Not nach Plettenberg bringen.“ 

Letzteres scheint nicht notwendig gewesen zu sein, denn der Minister erklärte in seinem Schreiben an Kutschaty, der Landesbetrieb Straßen.NRW habe „Interesse an einer baldigen und zügigen Realisierung des Radwegs“. Weiter teilte Wüst mit: „Zur Vermeidung eines langwierigen Planfeststellungsverfahrens wird eine Realisierung als Fall unwesentlicher Bedeutung angestrebt.“ Der Politiker verwies zudem auf ein bevorstehendes Treffen, an dem Vertreter der Straßenbauverwaltung und der Oberen Wasserbehörde teilnehmen würden, „um eine einvernehmliche Lösung zur schnellstmöglichen Umsetzung zu finden.“

 Jürgen Henke griff nach Erhalt des Schreibens umgehend zum Telefon, um sich an verschiedenen Stellen zu vergewissern, dass die Zusammenkunft inzwischen stattgefunden hat. Das habe man ihm bestätigt, berichtete der Sozialdemokrat gestern. „Es sieht so aus, als ob beide Behörden tatsächlich zu einer Einigung gekommen sind“, zeigte der Kommunalpolitiker sich überglücklich, dass es endlich eine Annäherung gegeben hat. Anhand der Informationen, die er erhalten habe, zieht Jürgen Henke eine optimistische Schlussfolgerung: „Ich bin nun sehr zuversichtlich, dass der Radweg im kommenden Jahr gebaut wird.“ 

Andreas Berg, Sprecher der zuständigen Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs, bestätigte auf Anfrage der Redaktion, dass Straßen.NRW sich mit der Oberen Wasserbehörde, die bei der Arnsberger Bezirksregierung angesiedelt ist, habe einigen können. „Man kann schon sagen, dass der Gordische Knoten jetzt durchschlagen worden ist, und der Radweg irgendwann gebaut wird.“

Allerdings ruderte Andreas Berg nach Rücksprache mit dem Leiter des Radwegeprojektes ein wenig zurück. Er verdeutlichte: „Natürlich müssen wir zunächst einmal prüfen, ob die vereinbarte Vorgehensweise auch tatsächlich in der Praxis umsetzbar ist.“ Zudem müsse auch der komplette Planungsprozess nun ganz neu aufgerollt werden: „Was die Planung angeht, stehen wir jetzt quasi wieder am Anfang“, dämpfte Berg ein wenig die Hoffnungen auf einen zügigen Baubeginn zwischen Werdohl und der Nachbarstadt Plettenberg. 

Vor dem Besuch des Landtagsabgeordneten Thomas Kutschaty hatte sich bereits der Rat der Stadt Werdohl für den Lückenschluss eingesetzt. Im Juni stimmte das Gremium einstimmig einem Resolutionsentwurf des SPD-Ratsherrn Henke zu, um so den Bau des Radweges zwischen den beiden Städten an der Lenne zu beschleunigen. In dieser Erklärung forderte der Werdohler Rat die Obere Wasserbehörde und den Landesbetrieb Straßen.NRW auf, sich auf eine Lösung für die Streckenführung im Bereich Teindeln/Kettling zu einigen. 

In der Resolution, der auch der Plettenberger Rat zugestimmt hat, heißt es: „Die touristische Entwicklung und Vermarktung ist für die Region ein wichtiger Baustein. Nicht nur, dass durch ein funktionierendes Radwegenetz Touristen in die Region geholt werden, ein gutes Radwegenetz verbessert auch die Lebensqualität der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger.“

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