Stadt sucht weiter nach Lösung

Lenneroute: Eine Variante ist vom Tisch

Varianten der Lenneroute zwischen Elverlingsen und Dresel: Die Variante 5 (schwarz) ist durchgefallen.
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Varianten der Lenneroute zwischen Elverlingsen und Dresel: Die Variante 5 (schwarz) ist durchgefallen.

In die Entwicklung um den Radweg Lenneroute ist Bewegung gekommen. Eine mögliche Route haben die Verantwortlichen nun ausgeschlossen. Die Stadt sucht weiter nach einer Lösung für den Abschnitt Elverlingsen-Dresel.

Werdohl –„Ein bisschen Bewegung ist ja ‘reingekommen“, kommentierte Jürgen Henke, der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea), die Entwicklung um den Radweg Lenneroute auf Werdohler Stadtgebiet. Die neueste Bewegung in dieser Sache ist allerdings ein Beschluss, eine Routenalternative nicht weiterzuverfolgen.

Es war der Abschnitt zwischen Elverlingsen und Dresel, den sich der Ausschuss diesmal vorgeknöpft hatte. Fünf verschiedene Streckenführungen kommen grundsätzlich infrage, um die Distanz mit dem Fahrrad abseits der Bundesstraße 236 zu überwinden.

Zuletzt hatte der Ustea-Ausschuss im November die Verwaltung beauftragt, doch einmal die rund 3,4 Kilometer lange Variante 5 genauer zu untersuchen.

Auf dieser Trasse könnte der Radweg über vorhandene Wirtschaftswege oberhalb der Bundesstraße entlang des Biesenbergs bis zum Bachlauf Drewescheid verlaufen, dort die B 236 queren und im Grünstreifen der Straße entlang bis zum Husberger Weg und über die Husberg-Brücke weiterführen.

Keine Akzeptanz bei Alltagsradfahrern

Die Stadt hat die mögliche Route nun genauer unter die Lupe genommen. Nach den Grundsätzen für Bau und Finanzierung von Radwegen an Bundesstraßen sei die Nutzung von forstwirtschaftlichen Wegen als Radweg grundsätzlich möglich, falls sich diese Routenführung als vorteilhafter erweist und die Wegeführung günstig sei, heißt es in einer Stellungnahme, die dem Ausschuss vorlag.

Allerdings habe der Landesbetrieb Straßen.NRW, der den Radweg letztlich bezahlen soll, die Variante abgelehnt, weil sie zu starke Steigungen aufweise und zu lang sei und deshalb von Alltagsradfahrern wohl nicht akzeptiert werde.

Um den Radweg nach dieser Variante dennoch bauen zu können, müsste die Stadt nicht nur die Kosten von bis zu 1,6 Millionen Euro aufbringen, sondern auch noch Haftungsfragen klären, Einigung mit den privaten Grundstückseigentümern erzielen, sich mit Straßen.NRW über die Querung der Bundesstraße einigen und viele andere Genehmigungen einholen.

Hoher Aufwand, geringer Nutzen

All das sei kurzfristig nicht realisierbar, teilte die Verwaltung dem Ausschuss mit. Zudem teilt sie die Einschätzung von Straßen.NRW, dass der Radweg beispielsweise von Berufspendlern zwischen Werdohl und Altena nicht genutzt werde.

Für Freizeitradler wie Familien mit kleineren Kindern sei die Strecke zwar landschaftlich reizvoll, aber stellenweise auch gefährlich, weshalb die Sinnhaftigkeit auch unter touristischen Gesichtspunkten in Frage gestellt werden müsse. „Allenfalls eine vergleichsweise kleine Zielgruppe von sportlichen Freizeitfahrern oder solchen mit Pedelecs wird diese Route nutzen“, glaubt die Verwaltung.

Die Kosten, die von der Stadt zu tragen seien, sowie der Aufwand stünden in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen, zieht die Verwaltung für die Variante 5 ein vernichtendes Fazit. Dieser Sichtweise schloss sich der Ausschuss dann auch einstimmig an.

Und wie könnten Radfahrer dann in Zukunft sicher zwischen Dresel und Elverlingsen fahren, ohne die Bundesstraße zu benutzen? Eine weitere Streckenvariante, rund 2,8 Kilometer lang, führt über das derzeitige Kraftwerksgelände. Die Stadt könnte mit dem Eigentümer Mark-E verhandeln, ob der Radweg – vielleicht erst nach dem Abriss des Kraftwerks – dort verlaufen könnte. Zu Gesprächen sei Mark-E zumindest bereit, behauptete der Ausschussvorsitzende Jürgen Henke.

Auch ein Verlauf direkt neben der B 236 wäre noch denkbar, allerdings müsste für eine solche 1,9 Kilometer lange Strecke eine vorhandene Stützmauer saniert oder ein neues Stützbauwerk errichtet werden. Diese beiden Varianten will die Verwaltung jetzt prüfen.

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