Lenneradweg: SPD schießt Eigentor

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Werdohl - Mit ihrer voreiligen Zustimmung zum Antrag der CDU, den Lenneradweg zwischen Rathaus und Kettling auf einer 3,6 Kilometer langen Trasse hinter den Firmen VDM und Fahrner und über die Gildestraße und die Gewerbestraße zu führen, hat die SPD möglicherweise eine noch bessere Variante verhindert.

Zu diesem Schluss kann man kommen, folgt man den Ausführungen des SPD-Ratsherrn Jürgen Henke am Montagabend im Rat. 

Im Hauptausschuss vor zwei Wochen hatte die SPD dem Antrag der CDU-Fraktion nach anfänglichem Zögern zugestimmt, obwohl ihr Verkehrsexperte Jürgen Henke aus gesundheitlichen Gründen sich dazu noch nicht hatte äußern können. Offenbar hatten die Sozialdemokraten darauf gebaut, im Rat doch noch einmal über das Thema diskutieren zu können. Diese Rechnung hatten sie aber ohne die CDU gemacht. Deren Fraktionschef Stefan Ohrmann verwies am Montag rigoros auf die einvernehmliche Abstimmung im Hauptausschuss und unterband damit, dass sich der Rat noch einmal mit der Angelegenheit beschäftigte. 

Stehen Flächen nicht zur Verfügung?

SPD-Ratsherr Jürgen Henke erläuterte am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion noch einmal, welche Schwierigkeiten er bei der Realisierung der von der CDU favorisierten Radweg-Variante sieht. Beispielsweise behauptete er, dass sich ein Grundstückseigentümer weigere, Flächen für den Bau des Radweges zur Verfügung zu stellen, weil er die selbst für eine Betriebserweiterung benötige. Außerdem gebe es keinen Lösungsansatz für das „Nadelöhr Posten 40“, den Bereich, in dem der Radweg das Lenneufer hinauf und auf die B 236 geführt werden müsste. Henke fragt sich, wie die Sicherheit der Radwegbenutzer dort gewährleistet werden soll. 

In der Ratssitzung wollte Jürgen Henke die Mängel an den von der CDU favorisierten Radwegvarianten aufzeigen, wurde aber ausgebremst.

Kritik übte Henke darüber hinaus an der CDU-Idee, den Radweg aus Richtung Altena von Elverlingsen aus über sehr steile Trassen in Richtung Dresel zu führen. „Das sind uralte Pläne, die schon vor etwa zehn Jahren durch Straßen.NRW verworfen worden sind“, sagte er. Der SPD-Verkehrsexperte bemängelte, dass nicht nach Alternativen gesucht worden sei und dass eine mögliche Führung des Radweges über das Gelände der Mark-E nicht in Erwägung gezogen werde. „Dabei kann ich versichern, dass Mark-E durchaus zu Gesprächen bereit ist“, erklärte Henke. 

"Radweg Zug um Zug"

Henke warnt davor, jetzt überstürzt die erstbeste Radwegvariante zu realisieren. Es gebe durchaus andere Möglichkeiten, der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass die Politik am Lückenschluss auf Werdohler Gebiet arbeite. Beispielsweise, indem man nach dem Motto „Radweg Zug um Zug“ schnell zu realisierende Teilstücke baue. Möglich sei dies zum Beispiel im Bereich der Altenaer Straße, wo nach Abschluss der Felshangsicherung fertige Pläne umgesetzt werden könnten, oder auf dem Abschnitt vom Rathaus bis zur Vorthbrücke. 

Den Einwand, Straßen.NRW fördere keine touristischen Radwege, lässt Henke übrigens auch nicht gelten. In anderen Kommunen entlang der Lenne werde dies durchaus anders gehandhabt. Es komme darauf an, richtig zu verhandeln, sagte er.

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