Zähes Ringen geht weiter

Lenneradweg: Auch nach 30 Jahren noch keine Lösung

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Der Radweg entlang der Lenne ist mittlerweile seit rund 30 Jahren immer wieder Thema. Eine durchgehende Verbindung in die Nachbarstädte Altena und Plettenberg gibt es jedoch noch immer nicht.

Werdohl – Seit rund 30 Jahren tüftelt die Stadt Werdohl an einem Radweg entlang der Lenne, doch so richtig kommt sie dabei nicht voran.

Allenfalls Teilstücke sind mittlerweile nutzbar, doch eine durchgehende Verbindung in die Nachbarstädte Alten und Plettenberg gibt es nicht. Schuld daran, dass das Projekt nur schleppend vorangeht, trägt die Stadt Werdohl nicht, jedenfalls nicht alleine. Auch andere Behörden bauen immer wieder Hürden auf. Deshalb verlieren einige Werdohler Politiker jetzt die Geduld. 

Dirk Middendorf (CDU) und Volkmar Güldner-Rademacher (SPD) machten ihrem Ärger in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) Luft, als sie vorschlugen, auf eine Finanzierung durch den Landesbetrieb Straßen.NRW zu verzichten und stattdessen städtisches Geld einzusetzen. Dabei ging es um den Abschnitt von Elverlingsen bis nach Dresel. Dort favorisiert die Stadt inzwischen die sogenannte Variante 5, die am Anschlusspunkt an den Radweg auf Altenaer Stadtgebiet beim TT-Markt eine Querung der B236 vorsieht und dann oberhalb der Bundesstraße entlang des Biesenbergs bis zum Drewescheid-Bach verläuft, dann wieder die Bundessraße quert und im Grünstreifen der Straße entlang bis zum Husberger Weg und schließlich über die Husberg-Brücke führt. 

Dresel soll direkt angebunden werden

Rund 3,4 Kilometer lang ist dieser Abschnitt, der Dresel direkt anbindet und überwiegend über vorhandene Wirtschaftswege verläuft, auf dem aber auch einige Höhenmeter zu bewältigen sind. Vor allem wegen des Höhenunterschieds spreche Straßen.NRW dieser Variante die Alltagstauglichkeit ab, erklärte Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel, warum der Landesbetrieb eine Finanzierung ablehne. „Man geht davon aus, dass ein solcher Radweg nicht angenommen wird“, verdeutlichte Hempel. Dabei wäre die Variante 5 so ganz nach dem Geschmack der CDU-Fraktion. „Das ist unsere favorisierte Streckenführung“, sagte CDU-Ratsherr Dirk Middendorf. Wenn Straßen.NRW die nicht finanzieren wolle, müsse man eben auf dieses Geld verzichten. Mit diesem Gedanken spielte auch Volkmar Güldner-Rademacher (SPD), der die ganze Radwegplanung als Trauerspiel bezeichnete. Für das Stück von Elverlingsen nach Dresel sollten nun die Kosten ermittelt werden, forderte er. „Und dann bauen wir diesen Abschnitt eventuell auch ohne Hilfe von Straßen.NRW!“ 

Ganz auf fremde Mittel müsse die Stadt aber vielleicht doch nicht verzichten, deutete Fachbereichsleiter Thomas Schroeder an. Es gebe durchaus noch andere Fördermöglichkeiten. „Die müssen dann zwar im Einzelfall abgeklopft werden, aber wenn die Fördervoraussetzungen erfüllt werden, ist eine Förderung von 40 bis 60, vielleicht sogar von 90 Prozent möglich“, sagte er. Der Ausschussvorsitzende Jürgen Henke (SPD) forderte die Verwaltung daraufhin auf, in der nächsten Ustea-Sitzung im April alternative Fördermöglichkeiten aufzuzeigen. 

Auch am anderen Ende geht es nicht voran

Auch am anderen Ende der Stadt, am 500 Meter langen Verbindungsstück zwischen dem Kettling auf Werdohler und Teindeln auf Plettenberger Gebiet, geht es nicht so recht voran mit dem Radweg. Zwar will Straßen.NRW dort für Radfahrer einen Weg auf einem Kragarm entlang des Lenneufers parallel zur Bundesstraße bauen. Die Untere Wasserbehörde lehnt die Planung aber ab und schlägt stattdessen einen Radweg in unmittelbarer Nähe der Lenne vor. Straßen.NRW wiederum verweist auf die Gefahr einer Überflutung, die eine Nutzung des Radwegs unmöglich mache. 

Während die beiden Behörden über den Trassenverlauf streiten, hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Blask eingeschaltet und die Landesregierung in einer Kleinen Anfrage um Aufklärung gebeten. In ihrer Antwort verweist die Landesregierung darauf, dass Straßen.NRW und Untere Wasserbehörde einen Konsens finden müssten. Dann „könnte binnen eines Jahres die Planung abgeschlossen und anschließend gebaut werden“, heißt es in der Antwort an Inge Blask.

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