Lennepromenade: Zerstörungswut

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Die Angler-Figur auf dem Sockel und das Vogelhäuschen auf der Stange wurden zerstört.

WERDOHL - Unbekannte Täter haben am späten Freitagabend an der Lennepromenade ihre Zerstörungwut ausgetobt. Sie zertraten mehrere Skulpturen und Blumenkübel und rissen mit roher Gewalt Betonsockel aus dem Boden.

Von Volker Heyn

Die Skulpturen stammen bekanntlich von Werdohler Künstlern, die Lennepromenade wird von Ein-Euro-Kräften gepflegt. Erwin Günther, bei der Stadt zuständig für die Betreuung der Ein-Euro-Jobber, Asylbewerber und Hartz-IV-Empfänger, findet nur Worte der Empörung: „Es ist eine Schande.“ Er schäme sich für die Zerstörer, die ehrenamtlich hergestelltes Allgemeingut kaputt machten, das letztlich aus Steuermitteln bezahlt werde. Günther: „Die machen im Endeffekt ihre eigenen Sachen kaputt.“

Am Samstag wurde er den Schaden an der Lennepromenade gewahr und rief daraufhin die Polizei. Die Beamten hielten Folgendes im Polizeibericht fest: Anglerstatue vom Sockel gebrochen, Vogelhäuschen zerstört, Steinskulptur beschädigt, Baum ausgerissen, drei Blumenkübel umgetreten und die Bepflanzung zerstört, Mülleimer kaputtgetreten.

Polizei-Sprecher Dietmar Boronowski geht nach Zeugenaussagen davon aus, dass die Zerstörungsorgie wohl noch am späten Freitagabend stattgefunden hat und nicht unbedingt in der Nacht. Also bestehe eine große Chance, dass die Unbekannten bei ihrem Wüten beobachtet worden sein müssen. Am Freitag wurden sechs Männer gesehen, die in der Nähe des Vogelhäuschens Alkohol getrunken hatten und laut waren. Boronowski wie auch Günther rufen jeden dazu auf, Verdächtiges sofort zu melden. Niemand müsse Angst davor haben. Wenn die betrunkenen Männer schon vorher von der Polizei hätten ermahnt und identifiziert werden können, wäre die Sache vielleicht anders verlaufen.

Ingo Duisberg hat seinen demolierten „Eisvogel“ und die Anglerstatue in die Werkstatt gebracht. Die Mülleimer und Blumenkübel sind wieder aufgestellt worden. Wie hoch der materielle Schaden ist, konnte am Montag niemand schätzen. Erwin Günther: „Das Schlimmste ist der Frust, der bei unseren Leuten bleibt.“

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