Lennepromenade: Daumen hoch für Ein-Euro-Jobber

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Erwin Günther und Petra Seuster von der Stadtverwaltung betreuen die Ein-Euro-Kräfte. ▪

WERDOHL ▪ Nein, es handelt sich nicht um eine künstlerische Installation. An der Zoppe-Mündung neben der Lennepromenade sind gerade weiße Steine in Geländemulden zu sehen, abgesperrt mit Flatterband.

Hier sind die Ein-Euro-Jobber der Stadt Werdohl am Werk, sie schaffen dort eine neue Freifläche mit Bänken, Bepflanzung und Gletscherfelsen. Erwin Günther und Petra Seuster von der Stadtverwaltung, die für die so genannte „Betreuung zur regionalspezifischen Schaffung von Arbeitsgelegenheiten (AGH) mit Mehraufwandsentschädigung“ zuständig sind, stellten gestern unserer Redaktion die geplante Maßnahme vor.

Ziel ist es, einen schönen Platz an der Lenne zu schaffen, auf dem sich die Spaziergänger hinsetzen und den Fluß genießen können. „Aufenthaltsqualität steigern“ heißt das. In der Nähe der Stelle, wo die Zoppe in die Lenne mündet, muss erstmal das Gelände modelliert werden. Im Augenblick schieben die Männer die Steine in Schubkarren auf die Wiese und werfen sie von Hand in die Mulden. Die Metall-Brücke über die Zoppe ist nicht mit schwerem Gerät befahrbar, von daher ist jede Menge Handarbeit angesagt. Die jetzt zu sehenden Steine sind erst der Anfang, es kommen noch sehr viel mehr dazu. Erwin Günther sorgt dafür, dass die Männer nicht die Lust an der Arbeit verlieren: „Für unsere Leute ist diese Arbeit eine echte Herausforderung.“ Schließlich sind die Männer eben keine bezahlten Arbeitskräfte, auch wenn sie in ihrer Arbeitskleidung manchmal aussehen wie Baufhof-Mitarbeiter.

„Die Bürger können unseren Leuten gerne auch mal Danke sagen“, meint Günther: „Wenn der Daumen hoch geht, dann baut das die Männer auf.“ Schließlich leisten sie zusätzliche Arbeit zur Verschönerung der Stadt. Ohne sie wäre die ganze Lennepromenade nicht so erstklassig gepflegt wie jetzt.

Wenn genügend Steine herangeschleppt wurden, sollen sie mit Steinmehl verfüllt werden. Später kommt Mutterboden darauf, danach wird eingesät und gepflanzt. Später sollen dort auch Bänke ähnlich denen am Rathaus aufgestellt werden. Alle Materialien sind gespendet und kosten die Stadt nichts. Darauf legen Erwin Günther und Petra Seuster Wert. Die Sponsoren werden später noch vorgestellt. Schließlich sind die Arbeiten erst ganz am Anfang.

Seit Jahresbeginn werden der Stadt deutlich weniger Ein-Euro-Kräfte vom Jobcenter zugewiesen. Die Idee der „Bürgerarbeit“ platzte zum 1. Februar, ab 1. Juni werde es noch weniger Personal geben. „Das stellt die immer weniger werdenden Kräfte vor große Probleme“, so Günther. Vor einigen Monaten hatte er noch doppelt so viele Leute wie aktuell im Einsatz. Früher gab es rund 60 solcher Arbeitsgelegenheiten in Werdohl, ab Sommer werden es nur noch 30 sein.

Die Stadt sucht noch Mutterboden, der für die Maßnahme gespendet werden kann. Kontakt unter Tel. 02392/917 310.

Volker Heyn

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