Lennegeister: Namen gesucht

Dirk Bornemann präsentiert die Rohfassung des ersten Lennegeistes, der in der Woge-Werkstatt entstanden ist. - Fotos: Heinze

WERDOHL -   Normalerweise kümmern sich Dirk Bornemann und Martin Wiesegart als Maler der Werdohler Wohnungsgesellschaft um frische Farbe in den Wohnungen der Mieter. Doch gemeinsam mit Woge-Klempner Wolfgang Müller sind sie nun neben ihrer üblichen Arbeit in besonderer Mission unterwegs: Die drei Männer sollen zwei Lennegeister fertigen, die im Rahmen der Woge-Veranstaltung „Genuss am Fluss“ Premiere feiern.

Anhand von einigen Bildern hatte Woge-Chef Ingo Wöste seinen Mitarbeitern erklärt, wie er sich die vier bis fünf Meter großen Lennegeister vorstellt, die als Walking-Act bei dem Fest erstmals auftreten sollen.

Nach umfangreichen Internetrecherchen machten sich Bornemann, Wiesegart und Müller jetzt ans Werk, um den ungewöhnlichen Auftrag, mit dem sie ihr Chef betraut hat, zu erfüllen.

An einen Rucksack, der für eine Last von 100 Kilogramm ausgerichtet ist und als Tragegestell dient, brachten Müller, Bornemann und Wiesegart zwei Teleskopstangen an. „Schließlich sollen die Lennegeister eine Höhe von vier bis fünf Metern erreichen“, sagt Müller. Eine selbst zusammengeschweißte Drahtkugel, die ebenfalls an dem Gestell befestigt wurde, fungiert als Haupt für die Lennegeister. „Als Schablone für das Gesicht des ersten Lennegeistes diente eine einfache Spanplatten“, erklärt Bornemann. Die Deckel von zwei Eis-Tee-Gläsern bilden die Augen des ersten Geistes. Aus Pappe stellten die beiden Maler und ihr Klempner-Kollege eine Nase her. Deckel und Pappe haben sie dann auf der ersten Platte angebracht. Die eigentliche Maske besteht aus Thermofolie. Diese hat das Trio auf das Spanplatten-Modell gelegt und mit einem Fön erhitzt. „Wenn die Folie zu heiß wird, verläuft sie oder zieht sich zusammen“, berichtet Martin Wiesegart von immer neuen Herausforderungen, die sich bei der Arbeit an dem ersten der beiden Lennegeister ergeben haben. „Das Gesicht wird in den kommenden Tagen mit einer speziellen Kunststoffgrundierung behandelt und abschließend weiß lackiert.  Das Trage-Gestell muss so leicht wie möglich werden“, sagt der 47-jährige Dirk Bornemann. Diejenigen, die die Lennegeister später bei der Veranstaltung auf dem Rücken tragen, müssten schließlich die Balance halten, wenn die Teleskopstangen ausgefahren seien. Um die 20 Kilogramm, so schätzen die drei Baumeister, werden jeder Lennegeist am Ende wiegen. Eine Schneiderin sei derzeit damit beschäftigt, Kostüme für die beiden Phantasiefiguren zu nähen. Diejenigen, die die Geister später auf dem Rücken tragen, werde unter dem Kostüm während des etwa 15-minütigen Auftritts nicht mehr zu sehen sein, weiß Wolfgang Müller.

Im nächsten Schritt soll der erste Lennegeist noch zwei Arme in Form von zwei Holzstielen bekommen. Diese werden mit Rohrschellen an dem Gestell fixiert. Zwei weitere Teleskopstangen werden – so der Plan – mit den Holzstangen verbunden. „Derjenige, der die Figur trägt, sorgt mit den Teleskopstangen dafür, dass der Lennegeist während des Auftrittes auch seine Arme bewegt“, erklärt Martin Wiesegart. Genauso wie seine beiden Kollegen, die normalerweise in den Woge-Wohnungen tapezieren oder dort für eine funktionierende Heizung sorgen, freut er sich über die interessante und abwechslungsreiche Aufgabe, mit der er derzeit betraut ist. „Wir hatten keine Bauanleitung und haben uns das alles selbst überlegt“, sagt Wiesegart. Er hofft, dass es bei der Veranstaltung „Genuss am Fluss“ nicht so windig ist. Wann genau die Großveranstaltung an der Dammstraße stattfinden soll, steht laut Ingo Wöste noch nicht fest. Die beiden letzten Aprilwochenenden kommen für das Fest unter freiem Himmel in Frage. „Die Lennegeister sollen zu Botschaftern der Stadt Werdohl werden“, sagt Wöste und fügt hinzu: „Die Woge sucht noch zwei passende Namen für die Figuren. Dabei muss einerseits der Bezug zu Werdohl und zur Lenne und andererseits zur Wohnungsgesellschaft Werdohl bedacht werden.“ Der beste Namensvorschlag wird prämiert und mit Verzehrgutscheinen für das Event belohnt. Vorschläge nimmt das Woge-Team persönlich im Bahnhof oder per E-Mail, info@woge-werdohl.de entgegen.

Von Ute Heinze

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