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Leiterin hat gekündigt: Wichernhaus sucht neue Leitung

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Von: Volker Heyn

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Die Perthes-Stiftung sucht für das Wichernhaus in Werdohl eine neue Leitung. Eine erste Ausschreibung blieb erfolglos. 
Die Perthes-Stiftung sucht für das Wichernhaus in Werdohl eine neue Leitung. Eine erste Ausschreibung blieb erfolglos.  © Perthes

Die Perthes-Stiftung aus Münster sucht für das evangelische Altenhilfezentrum Wichernhaus am Rader Weg in Werdohl eine neue Einrichtungsleitung. Kerstin Medenbach hatte nach nur gut zwei Jahren als Leitung gekündigt

Werdohl – Medenbach hat das Wichernhaus bereits vor Monaten verlassen. Auch ihre frühere Stellvertreterin Anna Miozga wird das Haus bald verlassen. Für den Übergang leitet Birgit Frerkes vom Mendener Jochen-Klepper-Haus das Werdohler Altenzentrum.

Ralf Lohscheller vom Geschäftsbereich Altenhilfe Süd der Perthes-Stiftung bestätigte noch nicht einmal, dass Medenbach gekündigt hatte. Bei Personalangelegenheiten halte er sich an die gebotene Schweigepflicht. Lohscheller bestätigte nur, dass Kerstin Medenbach das Wichernhaus verlassen habe und dass die Stiftung schon seit einiger Zeit eine Nachfolge suche. Eine erste Stellenausschreibung sei nicht erfolgreich gewesen. Lohscheller: „Wir werden bald noch einmal ausschreiben.“

Die Perthes-Stiftung sei sehr froh, mit Birgit Frerkes aus Menden eine erfahrene Einrichtungs- und Pflegedienstleiterin gefunden zu haben, die für eine Übergangszeit das Werdohler Haus fachlich absichere. Birgit Frerkes bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sie die Einrichtungsleitung in Werdohl lediglich kommissarisch übernommen habe. Sie arbeite bereits seit 30 Jahren bei Perthes. Das Jochen-Klepper-Haus in Menden sei so gut aufgestellt, dass es die Kapazität gebe, das Werdohler Haus für eine Übergangszeit zu leiten.

Kerstin Medenbach (rechts) und ihre Stellvertreterin Anna Miozga.
Kerstin Medenbach (rechts) und ihre Stellvertreterin Anna Miozga. © Volker Heyn

Die Kündigung der 58-jährigen Kerstin Medenbach erscheint überraschend vor dem Hintergrund, dass sie bei ihrer Einstellung im Januar 2019 davon gesprochen hatte, dort lange bleiben zu wollen. Sie hatte damals im Gespräch mit der Redaktion gesagt: „Ich bin hier zuhause. Bis zur Rente möchte ich hierbleiben.“ Medenbach wuchs an der Bornstraße ganz in der Nähe des Wichernhauses auf.

Sie machte zwar eine Ausbildung als Hotelfachfrau, aber eigentlich lag ihr Berufswunsch immer in der Pflege von Kranken. In Einrichtungen in Werdohl und Altena wurde sie erst examinierte Pflegefachkraft, dann bildete sie sich zur Einrichtungs- und Pflegedienstleitung weiter. Nach Jahren in der Altenpflege im Ruhrgebiet kam sie 2018 zurück in die Heimat. Zunächst arbeitete sie als Stellvertreterin der damaligen Einrichtungsleiterin Anja Rittinghaus.

Als Rittinghaus in Pension ging, wurde Medenbach zum 1. Januar 2019 Einrichtungsleiterin. In einem Festakt mit hochrangigen Vertretern der Perthes-Stiftung wurden sie und ihre Vertreterin Anna Miozga mit christlichen Segenswünschen in ihre Aufgaben geleitet.

Das Wichernhaus noch unter der Leitung von Medenbach geriet Ende 2020 in die Schlagzeilen. Knapp die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner sowie mehr als ein Dutzend Mitarbeitende waren positiv auf Covid-19 getestet worden. In dem Zusammenhang waren sechs Menschen gestorben.

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