500 qm Wohnfläche, 2200 qm Grundstück

Leerstehende Kirche in Werdohl: Käufer dringend gesucht

+
Die Kreuzkirche auf der Königsburg bietet ein Werdohler Makler jetzt im Auftrag der Kirchengemeinde zum Kauf an.

Werdohl - Am 30. Dezember 2018 hat die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl den letzten Gottesdienst in der Kreuzkirche gefeiert. Seitdem steht das Gotteshaus auf der Königsburg leer und ist entwidmet. Doch was wird aus dem Gebäude?

Nach fast 53 Jahren hat die Evangelische Kirchengemeinde sich zum Ende des vergangenen Jahres von der Kreuzkirche getrennt: Die Zahl der Gemeindeglieder war im Laufe der Jahre gesunken, genügend Geld, um das eigentlich nicht mehr benötigte Gotteshaus dennoch zu halten, war nicht vorhanden. Das Gemeindeleben soll sich mittelfristig auf die Christuskirche in der Innenstadt und die Friedenskirche in Eveking konzentrieren. Pfarrer Dirk Grzegorek geht sogar davon aus, dass langfristig nur noch die Christuskirche übrig bleiben wird. 

Die Kreuzkirche möchte die Gemeinde am liebsten verkaufen, aber die Interessenten stehen nicht gerade Schlange. „Es gibt noch keine öffentlichkeitstauglichen Neuigkeiten“, antwortete Grzegorek jetzt auf eine Anfrage der Redaktion, was aus der Kreuzkirche werden soll. Die Antwort lässt die Vermutung zu, dass sich die Gemeinde nach wie vor um eine Vermarktung des Kirchenbaus aus den 1960er-Jahren bemüht. 

Immobilienmakler bietet Kirche an

Mittlerweile bietet sie die Kreuzkirche über einen Werdohler Immobilienmakler zum Kauf an. Als „Meisterwerk der Architektur“ preist der das moderne Gotteshaus aus Stahlbeton und Glaselementen an. Es könne auf vielfältige Weise umgestaltet werden. „Von einem Restaurant mit Biergarten, einem außergewöhnlichen Bistro bis hin zur Wohnimmobilie der Extraklasse ist hier sehr viel möglich“, heißt es in dem Angebot. Gemessen an der Einwohner-Dichte im Stadtteil Königsburg gebe es dort relativ wenige Gastronomiebetriebe, versucht der Makler, Kunden die Immobilie schmackhaft zu machen. Auch ein Anbau an die vorhandene Immobilie sei noch möglich. 

Die Evangelische Kirche von Westfalen bevorzugt für aufgegebene Kirchen Nutzungsmöglichkeiten, die dem besonderen Charakter einer ehemaligen Kirche und ihrer ursprünglichen Bestimmung nicht widersprechen. Möglich sind Nutzungen durch Kultureinrichtungen, Lager- oder Büroräume. Auch ein Umbau zu einem Restaurant wäre denkbar. Die Verwendung einer entwidmeten Kirche als Moschee ist ausgeschlossen. Andere christliche Religionsgemeinschaften dürften dagegen einziehen. 

Veräußerung im ersten Quartal

Für die ehemalige Kirche, die eine Nutz- beziehungsweise Wohnfläche von etwas mehr als 500 Quadratmetern aufweist, und für das 2200 Quadratmeter große Grundstück ruft der Makler einen Kaufpreis von knapp 200.000 Euro auf. 

Ob sich für diesen Preis ein Käufer findet, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Kirchengemeinde jedenfalls hatte sich zum Ziel gesetzt, die Kirche im ersten Quartal des Jahres zu veräußern. Einen dauerhaften Leerstand will sie sich nach Worten von Pfarrer Grzegorek jedenfalls nicht leisten. „So etwas kostet Geld und schürt Emotionen“, sagte er bereits im Dezember. 

Für den Fall, dass sich die ehemalige Kirche nicht verkaufen lässt, hat die Gemeinde deshalb einen Plan B. Dann könnte die Immobilie auch abgerissen werden. Ein Gutachten für diesen Fall hat die Gemeinde schon eingeholt. Bezahlt werden würde ein Abriss übrigens nicht aus dem laufenden Haushalt der Gemeinde, sondern aus dem Pfarrvermögen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare