Lebensgroße Figuren

Detlef Hurst präsentiert die Hirten. Sie gehören zum zweiten Krippenbild auf der Repke.

WERDOHL ▪ Maria und Josef mit dem Christuskind, dazu Kuh und Esel sowie zwei Hirten mit ihren Schafen – das alles gibt es in Lebensgröße in zwei weihnachtlich geschmückten Holzhütten an der Straße An der Repke und kann ab sofort besichtigt werden – auch nach Einbruch der Dunkelheit, denn für stimmungsvolles Licht ist gesorgt.

Und wer Freude daran hat, kann zugleich auch mit einer kleinen Spende Freude bereiten, denn das Geld, das bis zu den Festtagen in zwei Spardosen zusammenkommt, soll auf jeden Fall in Werdohl bleiben und diesmal der Awo-Kindertagesstätte „Sonnenschein“ zugute kommen, nachdem im vergangenen Jahr der Tierschutzverein Nutznießer dieser Aktion war.

Der Ursprung für den Krippenbau liegt schon etwas länger zurück. Detlef Hurst erinnert sich noch gut, denn er und sein Nachbar Thorsten Hirzbruch lagen schon lange im edlen Wettstreit um die beste Weihnachtsbeleuchtung in der Straße. Erste Steigerung war 2008 zunächst ein Lichterfest für alle Siedler aus der Repke. Dann kam die Frage auf, wie das denn noch zu toppen sei. Die Idee zum Krippenbau war geboren.

„In geheimer Mission“, so Detlef Hurst, habe er gemeinsam mit Thorsten Hirzbruch im Sommer 2009 damit begonnen, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Als Dritter im Bunde gesellte sich Peter Lux dazu. Er schuf Maria und Josef, die beiden anderen formten die Tiere.

Bastelmaterial waren unter anderem Kyrill-Bruchholz, Reibeputz, Hanf, mühsam beschaffte Friseur-Modellköpfe, Spanplatten, Draht und Vorhangstoffe. Daraus entstanden nicht nur Kleidung und Outfit, sondern auch die Figuren selbst, denn an Schaufensterpuppen, so Detlef Hurst, war nicht ranzukommen.

Das Repke-Trio zeigte seine künstlerische Ader und werkelte ganz im Verborgenen. Niemand sollte bis zur Fertigstellung des ersten Bildes etwas erfahren. Die Überraschung gelang; die Repke-Siedler zeigten sich begeistert und sorgten so für den nötigen Motivationsschub, das Projekt fortzusetzen.

Zunächst jedoch galt es, die Spenden an den vorher festgelegten Adressaten zu übergeben. Knapp über 100 Euro wurden dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins überreicht. „Wir haben etwas spät mit dem Sammeln begonnen“, begründete Detlef Hurst den vermeintlich niedrigen Betrag, über den sich die Tierschützer freilich riesig gefreut haben.

Inzwischen hat die dreiköpfige Kreativabteilung der Repke ihr zweites Krippenbild fertiggestellt und es ebenfalls in einer selbst gezimmerten Holzhütte untergebracht – schräg gegenüber von Maria und Josef. Schafe und zwei Hirten – wiederum unter den Händen von Peter Lux entstanden – sind der Blickpunkt; ausgestattet mit Fellmänteln aus der Kleiderkammer. Für die Bärte mussten ausgediente Fell-Ohrenschützer herhalten.

Wie bei der Präsentation in der Adventszeit vor einem Jahr, so wird auch diesmal wieder gesammelt – nur eben früher, in der stillen Hoffnung, dass ein größerer Betrag zusammenkommt, und auch ein Lichterfest wird es noch vor Weihnachten in der Straße An der Repke geben, verriet Detlef Hurst.

Sicher ist schon jetzt: Bei den beiden Krippenbildern wird es nicht bleiben. „Die Planung für 2011 ist schon abgeschlossen, für 2012 läuft sie bereits“, so Hurst. Was sich er, Thorsten Hirzbruch und Peter Lux ausgedacht haben, soll freilich ein Geheimnis bleiben, genau wie bei den ersten Krippen-Kreationen. Vielleicht sind es die heiligen drei Könige? Vielleicht der Erzengel? Locken ließ sich Detlef Hurst allerdings nicht.

Rainer Kanbach

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare