Leben außerhalb der Schule

59 Werdohler Realschüler absolvieren dreiwöchiges Praktikum

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Yasmin Alawie absolviert ihr Praktikum in der Fortuna-Apotheke am Brüninghaus-Platz. Unter den wachsamen Augen von PTA Tanja Weimar rührt sie Salben an. Das macht ihr großen Spaß, ebenso wie der Kontakt mit den Kunden.

Werdohl - Yasmin Alawie hat alle Zutaten abgewogen und in den Mörser gefüllt. Jetzt rührt sie das Lippenbalsam sorgfältig mit dem Stößel zusammen. „Das Salbenrühren macht mir besonders viel Spaß“, sagt die 15-jährige Realschülerin, die gerade ihr Praktikum in der Fortuna-Apotheke absolviert.

Sie könne sich gut vorstellen demnächst als Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) zu arbeiten, berichtet die Realschülerin. „Der Kontakt zu den Kunden ist genau das Richtige für mich“, stellt Yasmin Alawie fest. 

Das hört ihre Klassenlehrerin Katharina Franke natürlich gerne. Am Dienstag hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Jannik Klein, dem Klassenlehrer der 9 a, wieder einige der Schülerinnen und Schüler besucht, deren Praktikum mit Ablauf dieser Woche endet.

Drei Wochen hatten die 59 Jugendlichen dann Gelegenheit, das Arbeitsleben kennen zu lernen. „In der achten Klassen standen für die Schüler schon zwei Tagespraktika auf dem Programm“, erklärt Katharina Franke. Den meisten Schülern gefalle die Praktikumszeit ausgesprochen gut. „Sie sind froh, auch das Leben außerhalb der Schule kennenzulernen“, sagt Jannik Klein.

So ergeht es auch Yathusan Ranjan. Der 16-Jährige hat einen Praktikumsplatz bei der Rötelmann GmbH in Dresel. Grundsätzlich sage ihm der Beruf des Zerspanungsmechanikers zu: „Die Kollegen sind nett. Und in der Montage-Abteilung kann ich schon einiges machen, das macht Spaß“, berichtet der Realschüler. Allerdings achtet Betriebsleiter Volker Trinkaus darauf, dass Praktikanten möglichst alle Bereiche im Betrieb kennenlernen: „Damit sie einen Überblick bekommen, was sie bei uns erwartet.“ 

Der 16-jährige Yathusan Ranjan absolviert sein Praktikum bei der Rötelmann GmbH in Dresel.

Natürlich könnten Schüler beispielsweise im CNC-Bereich, die Bedienung dieser Maschinen ist äußerst anspruchsvoll, nur wenige Handgriffe ausführen. Während der Ausbildung würden sie dann nach und nach an alle Tätigkeiten herangeführt. Momentan sind bei der Rötelmann GmbH, einem Spezialisten für Absperr- und Steuertechnik, neun Auszubildende beschäftigt; fünf im Betrieb und vier in der Verwaltung.

Jannik Klein und Katharina Franke sind dankbar, dass so viele heimische Unternehmer, Dienstleister und Einzelhändler bereit sind, Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen. „Sie nehmen sich Zeit für die Jugendlichen und führen Gespräche mit uns. Das ist nicht selbstverständlich“, stellen die Realschullehrer fest.

Die meisten ihrer Schüler hätten einen Praktikumsplatz im Umkreis gefunden. Es gibt aber Ausnahmen: So hat sich Lisa Hartung aus der 9 b mächtig ins Zeug gelegt, um im „Dortmunder U“, dem Zentrum für Kunst und Kreativität, unterzukommen. „Sie hat sich dort persönlich vorgestellt, ihre Bewerbungsunterlagen abgegeben und fährt jetzt jeden Morgen mit dem Zug nach Dortmund“, erzählt ihre Klassenlehrerin. Eine andere Schülerin absolviere ihr Praktikum sogar in Düsseldorf; im Landesamt für Besoldung. Allerdings fahre sie nicht jeden Tag mit dem Zug dorthin, sondern könne während der Praktikumszeit bei ihrer Schwester in der Landeshauptstadt wohnen.

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