1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Lastwagen zerstört Haus vollständig: Schadensersatz-Höhe steht fest

Erstellt:

Von: Thomas Krumm

Kommentare

Im hinteren Teil steht der Zwinger mit zwei großen Hunden darin. Tierschützer sorgen sich um die Hunde, doch das Betreten des Geländes ist Hausfriedensbruch. Der Eigentümer bittet darum, die Hunde in Ruhe zu lassen.
Im hinteren Teil steht der Zwinger mit zwei großen Hunden darin. Tierschützer sorgen sich um die Hunde, doch das Betreten des Geländes ist Hausfriedensbruch. Der Eigentümer bittet darum, die Hunde in Ruhe zu lassen. © Krumm, Thomas

Vor sieben Jahren zerstörte ein Lastwagen ein Haus vollständig. Sieben Jahre dauerte die zivilrechtliche Auseinandersetzung um den Schadensersatz - jetzt steht die Höhe fest.

Werdohl – Am 29. September 2015 zerstörte ein von der Straße abgekommener Lastwagen das direkt in der Kurve an der Bundesstraße gelegene Haus Borbecke 2 vollständig. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt niemand zuhause, sodass keine Personen zu Schaden kamen. Auch der Fahrer des umgekippten Lasters wurde nur leicht verletzt. Sieben Jahre dauerte die zivilrechtliche Auseinandersetzung um den Schadensersatz – mit einem guten Ende für den Hausbesitzer.

Diese Geduldsprobe für den Eigentümer – der durch diese Sache stadtbekannte Mustafa C. – hat sich jetzt allerdings ausgezahlt: Im Landgericht Hagen einigten sich der Werdohler und sein Anwalt Patrick Vanderschmidt mit der Versicherung des Unglücksfahrzeuges auf eine Zahlung von 160 000 Euro.

Damit ist die juristische Auseinandersetzung abgeschlossen, und die Trümmer des Hauses müssen nicht mehr als mögliche Beweismittel vor Ort bleiben.

Seit sieben Jahren kein Stein mehr auf dem anderen: Das durch einen Lkw-Unfall zerstörte Wohnhaus ist jetzt durch die Versicherung abgegolten worden.
Seit sieben Jahren kein Stein mehr auf dem anderen: Das durch einen Lkw-Unfall zerstörte Wohnhaus ist jetzt durch die Versicherung abgegolten worden. © Krumm, Thomas

Im Oktober 2019 hatte der Märkische Kreis sich an den Eigentümer gewandt und ihn vergeblich aufgefordert, alte Fahrzeuge und weitere Abfälle zu entsorgen. Es sei bei diesen Kontakten ausdrücklich nicht um den Bauschutt gegangen, hieß es damals seitens des Kreises – möglicherweise auch aufgrund des nachvollziehbaren Arguments, dass der Trümmerhaufen immer noch ein Beweismittel für die gerichtliche Auseinandersetzung um den Schadensersatz war.

Bei Ortsterminen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Vertretern des Kreises und dem Eigentümer, die zu einem Strafverfahren führten. Dass immer mal wieder Auseinandersetzungen des Eigentümers mit seinen Kindern vor Gericht landeten, ging wohl eher auf sein impulsives Wesen zurück als auf den Verlust des Hauses. So kam sein Sohn in den Genuss des zweifelhaften Vergnügens, nach einem Streit einige hundert Meter auf der Motorhaube seines Vaters mitzufahren. Mittlerweile scheint die Familie etwas zur Ruhe gekommen zu sein.

Der Anblick von der Bundesstraße auf die Überreste ist kein schöner, jetzt bestehen realistische Möglichkeiten, dass die Trümmer weggeräumt werden.
Der Anblick von der Bundesstraße auf die Überreste ist kein schöner, jetzt bestehen realistische Möglichkeiten, dass die Trümmer weggeräumt werden. © Krumm, Thomas

Auch die bis heute auf dem verwahrlosten Gelände gehaltenen Hunde riefen immer wieder Tierschützer auf den Plan. Dem Kreisveterinäramt ist der Hundehalter persönlich seit 20 Jahren bekannt – es blieben aber nur wenige Möglichkeiten, gegen die Art und Weise vorzugehen, wie der Besitzer mit dem Bernhardiner und der Hündin umgeht.

In der Borbecke kann es nun endlich weitergehen, nachdem die Nachbarn sich wiederholt über den Schandfleck in ihrer Wohnumgebung beschwert hatten. Die umfassende Zerstörung des Hauses deutet an, dass eine erneute Wohnbebauung des Grundstücks an diesem Standort aufgrund der Nähe zur B 229 gewisse Risiken birgt. Ein Mitglied der Siedlergemeinschaft Borbecke wies auch auf eine mögliche Kontaminierung des Bodens unter dem Trümmerhaufen durch eine frühere Metallwarenfabrik hin. Möglicherweise hat die Stadt Werdohl ein Interesse daran, das Grundstück zu erwerben und fortan unbebaut zu lassen.

Auch interessant

Kommentare