Werdohler Mormonin kehrt von Hawaii zurück

Insgesamt achtzehn Monate hat die Werdohlerin Lea Langner (Zweite von links) als Missionarin auf Hawaii verbracht. Während dieser Zeit arbeitete die Mormonin nicht nur im Besucherzentrum des Laie-Hawaii-Tempels, sondern lernte auch Land und Leute kennen.

Werdohl - Bevor Lea Langner am 3. Mai vergangenen Jahres ihre achtzehnmonatige Missionsreise nach Hawaii antrat, haben wir in dieser Zeitung über den Plan der jungen Werdohlerin berichtet. Nun ist die 23-Jährige wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

„Der Jetlag ist noch zu spüren“, sagt Lea Langner, die vor einer Woche wieder in Deutschland gelandet ist. Rückblick: Im Mai 2016 begann für die Mormonin, deren Glaubensgemeinschaft im vollen Wortlaut als „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ bezeichnet wird, mit der Reise in den US-Bundesstaat Utah ein neuer Lebensabschnitt.

Dort, in der Stadt Provo südlich von Salt Lake City gelegen, wurden alle Missionare zunächst für ihre Aufgabe geschult, bevor es weiter auf die Inselkette im Pazifischen Ozean ging. Die Lehre als Industriemechanikerin war gerade beendet, als Lea Langner sich dazu entschied, diesen Schritt zu tun. Rund 75 000 Missionare sind weltweit für das Mormonentum unterwegs. Das Ziel: mit den Menschen über Gott ins Gespräch zu kommen. Von Regionen wie China oder Nord-Korea einmal abgesehen, also solchen Gegenden, in denen die Mormonen nicht aktiv sind, hätte es die Werdohlerin theoretisch überall hin tragen können.

Dass es am Ende Hawaii geworden ist, hatte Lea Langner aber bereits im Vorfeld gespürt: „Ich hatte einen Traum“, sagt sie. Die Zugehörigkeit zur mormonischen Kirche ist innerhalb der Familie fest verankert. Auch der Vater war bereits als Missionar in der Schweiz unterwegs. „Ich wollte nie jemand sein, der einfach zweimal im Jahr in die Kirche geht, sondern spüren, dass Gott wirklich da ist“, unterstreicht Lea Langner ihre Glaubenseinstellung und damit auch die Motivation, ihre tiefe religiöse Verbundenheit an andere weiterzugeben. „Dennoch bleibt es ein großer Schritt zu sagen, auf die andere Seite der Welt zu gehen“.

Dies wird auch dadurch deutlich, dass sich jeder Mormone in der Mission auch zu einem großen Teil aus der Hektik des Alltags und den zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln verabschiedet. Während das Schreiben von E-Mails einmal pro Woche auf dem Programm stand, beschränkten sich der Skype-Kontakt mit der Familie auf zwei Telefonate im Jahr. Auch aus dem Grund, anstelle nur der eigenen Person auch die Bedürfnisse des Gegenübers in den Blick zu nehmen. Weltweit existieren 157 Tempel der Mormonen, darunter der Laie-Hawaii-Tempel als Fünftältester.

Warum diese Orte so wichtig sind und für die Mormonen einen ewigen Ort der Verbundenheit darstellen: auch darum sollte es in der täglichen Arbeit gehen: „Den Gästen zu vermitteln, warum der Tempel so wichtig für uns ist“. Für Lea Langner bedeutete dies, dass sie sich während ihres Aufenthalts im Besucherzentrum des Tempels um die vielen Touristen kümmerte, die täglich Hawaii ansteuerten, darunter vor allem Menschen aus Japan, Korea, Taiwan, Hongkong oder Spanien. Insgesamt betreuen rund 150 Missionare die Inselgruppe im Pazifik.

„Anfangs habe ich gedacht: ich komme da hin, mache meine 18 Monate und gehe wieder“. Doch am Ende übte die Erfahrung einen viel größeren Einfluss aus, als sie selbst im Vorfeld geglaubt hatte. „Zumindest kenne ich jetzt Menschen überall auf der Welt und habe Freundschaften für die Ewigkeit geschlossen“, betont die 23-Jährige.

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