Deutlich mehr als beim letzten Mal

Lange Schlange vor dem Impfbus: So viele Werdohler ließen sich impfen

Kevin Böhning aus Werdohl nahm das mobile Impfangebot des Märkischen Kreises wahr.
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Kevin Böhning aus Werdohl nahm das mobile Impfangebot des Märkischen Kreises wahr.

Gute Stimmung herrschte am Donnerstagvormittag beim Personal des Impfbusses. Denn viele Werdohler waren zur Bahnhofstraße gekommen, um das mobile Impfangebot des Märkischen Kreises wahrzunehmen.

Werdohl – „Der Tag hat mit etwas Regen angefangen, aber trotzdem ist niemand weggegangen“, berichtete Organisatorin Julia Waskow zufrieden. Sie hatte auf dem Fahrersitz des Busses Platz genommen und nahm dort die Impfinteressierten in Empfang. Und der der Andrang war groß. Deutlich größer als noch vor rund vier Wochen, als sich nur 63 Personen impfen ließen. Dieses Mal waren es 167. Davon wählten 67 den Impfstoff von Pfizer/Biontech, 100 entschieden sich für das Präparat von Johnson & Johnson, das nur einmal verabreicht werden muss.

Allgemein sei momentan festzustellen, dass die Zahl der Impfwilligen deutlich zunimmt, berichtete Waskow. „Es werden immer mehr Leute – im Impfzentrum, aber gerade auch beim Bus. Es ist wirklich Wahnsinn momentan.“ Vor dem Impfbus, der in der Nähe von Woolworth Station machte, hatte sich am Vormittag eine lange Warteschlange gebildet. Dr. John Hakman und Krankenschwester Denise Kealey kümmerten sich im Inneren des Busses um die Verabreichung des Impfstoffs. „Man steht besser einmal in der Schlange, als später auf der Intensivstation zu liegen“, sagte Hakman zu einem Werdohler. „Es ist heute ein wichtiger Tag für Sie.“

In der Warteschlange waren die Gefühle aber durchaus gemischt. Während sich viele freuten, ihre Impfung auf diesem Weg zu bekommen und nicht extra in ein Impfzentrum fahren zu müssen, äußerten sich einige kritisch: „Ich glaube nicht wirklich an das alles, aber ich komme nirgendwo mehr rein, wenn ich es nicht mache“, sagte ein Werdohler, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Die freie Impfentscheidung sehe ich nicht so recht.“

Eine lange Schlange hatte sich am Vormittag vor dem Impfbus gebildet.

Auch der 27-jährige Kevin Böhning vom Kettling ließ sich am Donnerstagvormittag impfen. Er sagte: „Ich finde das Impfangebot hier vor Ort praktisch.“ In seinem Beruf habe er viel mit Kunden zu tun. Schon daher meinte er zur Impfung: „Besser ist das!“ 100-prozentig überzeugt sei aber auch er nicht, fühle sich teilweise ebenfalls zur Impfung gedrängt. Ursprünglich habe er sich nicht impfen lassen wollen.

Dass der gesellschaftliche Druck größer werde, dieser Meinung war auch Rabia Schimal. Die 19-jährige Werdohlerin antwortet auf die Frage, warum sie sich impfen lässt: „Weil es jeder macht.“ Auch ihre Familie sei inzwischen vollständig geimpft. Schimal geht davon aus, dass eine Impfpflicht kommen wird. Sie kam gemeinsam mit ihrem Partner Selo Mahmoud zum Impfbus, der erst seit zwei Monaten in Werdohl lebt. Vom Jobcenter hatte er den Hinweis bekommen, dass er beim Impfbus das Angebot wahrnehmen kann. Auf diesem Weg waren auch einige andere Werdohler darauf aufmerksam geworden.

Dass die Kooperation mit dem Jobcenter gut laufe, unterstrich Julia Waskow. Viele Impfinteressierte hätten das Anschreiben des Jobcenters dabei gehabt und mit zu dem erfolgreichen Impfdonnerstag in Werdohl beigetragen.

Neben den Erwachsenen ließen sich auch einige Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren impfen. Sie kamen entweder gemeinsam mit ihren Eltern oder hatten eine schriftliche Einwilligung mitgebracht, die sie Organisatorin Julia Waskow am Eingang zeigten.

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