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Lange Mängelliste: Schießstand gesperrt

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Von: Michael Koll

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Die Werdohler Schützen haben bislang auf eine Gummi-Membran hinter der Schießscheibe geschossen, wie Vorsitzender Andreas Schreiber hier zeigt. Diese Technik soll geändert werden.
Die Werdohler Schützen haben bislang auf eine Gummi-Membran hinter der Schießscheibe geschossen, wie Vorsitzender Andreas Schreiber hier zeigt. Diese Technik soll geändert werden. © Koll, Michael

Umfangreiche Arbeiten stehen für den Werdohler Schützenverein (WSV) auf seinem Kleinkaliber-Schießstand an der Dammstraße an. Dieser ist in erheblichem Maße sanierungsbedürftig.

„Deshalb haben wir im Vorfeld unserer Renovierungsaktion einen amtlich bestellten Sachverständigen beauftragt, uns eine Einschätzung zu geben, was sinnvoll wäre“, sagt Vereinsvorsitzender Oberst Andreas Schreiber. „Dabei sind ein paar Dinge noch zusätzlich auf unsere To-Do-Liste gekommen.“ Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, bleibt der Schießstand gesperrt.

Ganz oben auf der Agenda des Vereins steht die Umrüstung von einer Schall- auf eine Lichtmessung. „Bisher haben wir durch eine Gummiwand geschossen, die hinter der jeweiligen Schießscheibe hing.“ Laienhaft verdeutlicht Schreiber: „Und ja, letztlich kann man sagen: Eine 10 klingt eben anders als eine 9.“ Künftig werden zwei Lichtschranken in der X- und Y-Achse die abgefeuerte Kugel erfassen und somit errechnen, wie genau der Schütze geschossen hat.

Neue Schutzhölzer müssen her

Die meiste Arbeit machen den Schützen aber wohl die neuen Schutzhölzer an der Außenfassade. „Die alten Hölzer waren komplett mit Efeu zugewuchert“, schildert Schreiber. Am Samstag trafen sich nun einige WSV-Aktive, um den Pflanzenwildwuchs zu entfernen und folglich auch einen Großteil der Hölzer, die schlicht morsch und teils sogar bereits lückenhaft waren.

Hinten den Fenstern auf dem Schützenstand, von dem aus die Kleinkaliber abgeschossen werden, werden im Zuge der Renovierungsarbeiten nun Abzüge installiert, die die Schwarzpulverdämpfe aufsaugen und somit dafür sorgen sollen, dass der Schütze möglichst wenig davon einatmet.

Automatisches Rolltor wird eingebaut

Am anderen Ende des Schießstandes befinden sich die Zielscheiben bisher hinter Holztüren, die vor einem Schießdurchgang immer per Hand geöffnet werden mussten. „Dort soll nun ein automatisches Rolltor eingebaut werden“, erklärt Schreiber. „Dieses können wir vom Schützenstand aus mit einem Knopfdruck öffnen.“

Der Kleinkaliber-Schießstand an der Dammstraße ist sanierungsbedürftig. Unter anderem die Schutzhölzer müssen abgebrochen und erneuert werden.
Der Kleinkaliber-Schießstand an der Dammstraße ist sanierungsbedürftig. Unter anderem die Schutzhölzer müssen abgebrochen und erneuert werden. © Koll, Michael

Nächster großer Posten ist die Aufstockung des Zaunes um das Gelände herum. 1,40 Meter Höhe hatte der Zaun, der das Areal hinter der Gaststätte Vier Jahreszeiten hin zur Lenne abgrenzt, bisher. Eindringlinge, die vom Ufer her kommen, könnten diesen Zaun überwinden.

Die Pfosten sind zu klein

Deshalb rät der amtliche Sachverständige, ihn auf 1,80 Meter zu erhöhen. „Und die letzten 40 Zentimeter sollen aus Stacheldraht bestehen“, verdeutlicht der WSV-Oberst. Das Problem dabei: Die stabilen Metall-Pfosten, die den Zaun halten, sind eben nur 1,40 Meter hoch. Nun wollen die Schützen versuchen, darauf einen Aufsatz zu montieren, um nicht den kompletten Zaun mit sämtlichen Pfosten neu bauen zu müssen. Ob nun Anschrauben oder Schweißen, Schreiber ist zuversichtlich, dass das Gelingen wird. Dies würde den Verein auch finanziell entlasten, „denn jeder weiß: Das teuerste an einem Zaun sind nun einmal die Pfosten“.

Eine Aufgabe, die die Schützen nach der Einschätzung des Sachverständigen unerwartet trifft, ist die Anbringung eines Geländers auf dem Dach des Schießstandes. Schreiber erklärt: „Jemand könnte auf das Dach klettern und von dort in den Stand hinein. Wird dann ein Schuss abgefeuert, könnte die KK-Kugel entweder ihn treffen oder unvorhersehbar abgelenkt werden und somit eine Gefahr für den Schützen darstellen.“ Folglich wurde ein Geländer rund um das Dach angeregt, das ungebetene Gäste abhält.

Geld vom Land und Eigenleistung

Weitere Posten, die es nun gilt abzuarbeiten, sind eine neue Beleuchtung, neue Türen, ein erneuerter Boden, ein besserer Schallschutz, einige aufgefrischte Anstriche und ein ausgebesserter Gehweg hin zum Schießstand.

Der Verein hat Gelder aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ erhalten. Davon sind noch Restbeträge in Höhe von 12 900 Euro übrig. Die Summe, die der WSV selbst noch aufbringen muss zur Erledigung der notwendigen Arbeiten, bezifferte Vorsitzender Andreas Schreiber mit „6000 bis etwa 10 000 Euro“.

Arbeiten dauern bis September 2022

Mit einem Abschluss der Arbeiten rechnet Schreiber bis Ende September kommenden Jahres. Aufgrund der langen Liste zu erledigender Arbeiten und aufgrund der viel beschäftigten Handwerker ein ehrgeiziges Ziel, weshalb der Vereinsvorsitzende auch die WSV-Mitglieder zur aktiven Mithilfe aufruft.

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