Kommunalwahl 2020

Vor der Landrats-Stichwahl im MK: CDU-Wahlhelfer verunstaltet SPD-Plakate

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Auf Plakaten von Volker Schmidt hat ein CDU-Wahlhelfer mit sogenannten Störern den Mund des SPD-Kandidaten zugeklebt.

Werdohl – „Schmutziger“ Wahlkampf oder doch alles nur ein Missverständnis?

Was sich ein Plakatkleber der Werdohler CDU in den vergangenen Tagen dabei gedacht hat, als er Wahlplakate des SPD-Landratskandidaten Volker Schmidt verunstaltet hat, darüber lässt sich trefflich spekulieren. 

SPD-Politikerin Jana Gester war aufgefallen, dass ein Schmidt-Plakat in Eveking mit sogenannten Störern beklebt worden war. So werden in der Werbebranche grafische Elemente genannt, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen und so zur Wahrnehmung der darin enthaltenen Information führen sollen. 

Kommunalwahl 2020: Orangefarbene Störer der CDU

Im Werdohler Fall sind mehrere Schmidt-Plakate mit orangefarbenen Störern der CDU beklebt worden – und zwar kreuzweise über den Mund des SPD-Kandidaten. 

„So sind wir den Wahlkampf in Werdohl eigentlich nicht gewöhnt“, zeigte sich der Werdohler SPD-Vorsitzende Udo Böhme überrascht von der in seinen Augen unfairen Aktion der CDU. „Das ist keine Art und Weise“, tadelte Böhme die Vorgehensweise des politischen Gegners. „Ein Missverständnis“ 

CDU spricht von einem "Missverständnis"

Der CDU-Vorsitzende Detlef Seidel räumte den Fehler des Wahlhelfers zerknirscht ein und sprach von einem Missverständnis. Der Mann, laut Seidel „eigentlich ein erfahrenener Plakatkleber“, habe den Begriff „Störer“ wohl gründlich falsch interpretiert und die orangefarbenen Zettel mit dem Aufruf zur Beteiligung an der Landratsstichwahl am nächsten Sonntag anstatt auf die CDU-Plakate auf die der SPD geklebt. „Offenbar muss man alles ganz deutlich und am besten drei Mal erklären“, zeigte er kein Verständnis für das Vorgehen des Wahlhelfers aus den eigenen Reihen. „Schlimm, dass so etwas passiert ist. Ich kann dafür nur um Entschuldigung bitten“, sagte Seidel. Er wolle der SPD auch anbieten, neue Plakate mit dem Konterfei von Volker Schmidt zu kleben. 

Die SPD kommentierte den Zwischenfall auf ihrer Facebook-Seite mit Ironie und dankte der CDU dafür, dass sie für die Stichwahl am Sonntag werbe. Von weitere Schritten will die SPD offensichtlich absehen. Jedenfalls sprach Böhme nur von einer theoretischen Möglichkeit der strafrechtlichen Verfolgung. Die Verunstaltung von Wahlplakaten gilt als Sachbeschädigung und könnte nach dem Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.

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