Landeskirchliche Gemeinschaft schneidet Zöpfe ab

Heidi Kühn hat ein Jahr lang die Landeskirchliche Gemeinschaft in Werdohl bei der Umstrukturierung begleitet, Ende des Monats verlässt sie die Gemeinschaft. Bei ihrer Verabschiedung trug sie ihr Haar offen, auch um zu zeigen, dass die „alten Zöpfe“ weg seien.

Werdohl -   Die Theologin Heidi Kühn aus Plettenberg hat in ihrem Jahr bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft Werdohl die Gemeindestrukturen verändert und einen Prozess der Neuorientierung angestoßen. Offiziell wurde sie bereits aus ihrem Amt verabschiedet, Ende Juli zieht sie aus dem Sauerland weg und heiratet.

Heidi Kühn hatte die Vollzeit-Stelle nach dem Weggang von Prediger Oliver Haupt angetreten. Zum Bezirk gehören die Landeskirchlichen Gemeinschaften in Werdohl, Eveking, Neuenrade und Iserlohn. Während sie für die Gemeinschaften Eveking, Neuenrade und Iserlohn den üblichen Verkündigungsdienst als Predigerin leistete, machte sie in Werdohl Basisarbeit. „Ich habe dort nur einmal im Monat gepredigt, ansonsten habe ich das ganze Jahr Beratungsarbeit gemacht“, sagte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Kühn stammt ursprünglich aus Franken und arbeitete zunächst als Krankenschwester. Ein theologisches Studium mit Bachelor-Abschluss absolvierte sie danach in Marburg. „Während meines Studiums habe ich in verschiedenen Seminaren das Handwerkszeug für Orientierungsarbeit erworben.“ Die Werdohler Landeskirchliche Gemeinschaft habe bislang ein „sehr traditionelles Angebot“ gehabt. Kühn: „Alles verändert sich auf der Welt, nur diese Gemeinschaft nicht.“ Sie sei auf engagierte Mitarbeiter in der Gemeinschaft gestoßen, die gern an dem Veränderungsprozess mitgearbeitet hätten. Die zukünftige Landeskirchliche Gemeinschaft solle ein Ort für alle Menschen werden, „nicht nur einer für die, die aus der Tradition kommen.“ Kühn bezeichnet das vergangene Jahr als einen „Konsolidierungsprozess“. Wenn die Gemeinschaft so weitergemacht hätte wie bisher, hätte sie nicht mehr lange existieren können. Das sei den Mitgliedern auch bewusst gewesen, so dass ihre Arbeit in Werdohl sehr willkommen gewesen sei. Noch stehe alles auf „wackeligen Beinen“, sagte sie. Die Stelle sei wieder mit derselben Anforderung von Beratung und Moderation ausgeschrieben worden.

„Wir waren ein ganzes Jahr mit der Standortbestimmung beschäftigt“, sagte Kühn. Es habe sich allerdings bei den Werdohlern eine „hohe Motivation“ entwickelt, die Identifikation sei gewachsen. „Wir gehören gern zur Landeskirchlichen Gemeinschaft“ – dieser Gedanke sei jetzt in den Köpfen der Mitglieder. Alte Zöpfe seien abgeschnitten worden. Der Lernprozess, die Dinge auch im Team zu gestalten, anstelle sie nur zu verwalten, sei in vollem Gange.

Von Volker Heyn

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