Stützmauer im Versetal: So gehen die Arbeiten voran - mit Video

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Mit einer großen Betonsäge zerteilen Arbeiter den Kopfbalken der alten Stützwand in Stücke, die dann abtransportiert werden können.

Werdohl - Seit Mitte Juni laufen im Versetal die Arbeiten zur Erneuerung der Stützwand entlang der B229. Offenbar kommen sie gut voran. Auf einige Monate Baulärm und Verkehrsbehinderungen müssen sich Anwohner und Autofahrer aber noch einstellen.

Für rund zwei Millionen Euro lässt der Landesbetrieb Straßen.NRW derzeit in Eveking die Stützmauer zwischen der Bundesstraße 229 und der Verse erneuern. Obwohl: Eigentlich wird die alte Stützmauer nur verstärkt, damit sie dem Druck aus Richtung Straße besser standhalten kann.

Etwa 200 Meter lang ist die Baustelle zwischen Kirchstraße und Gewerbepark Eveking, auf der seit Mitte Juni gearbeitet wird. Der sogenannte Kopfbalken, also der obere Abschluss der alten Stützwand, wird dabei zunächst entfernt.

Senkrechte und waagerechte Schnitte

Dazu zerteilen die Arbeiter den Beton mithilfe einer Wandsäge in etwa drei Meter lange und 30 Zentimeter hohe Stücke. Eine zeitraubende Arbeit. Die senkrechten Schnitte sind zwar relativ kurz und deshalb auch binnen fünf Minuten erledigt. Die waagerechte Durchtrennung des Betonbauteils dauert aber jedes Mal rund eine Stunde. Hinzu kommt, dass die Säge nach jedem Schnitt umgebaut werden muss.

Trotzdem ist Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen-NRW, zufrieden mit dem Stand der Arbeiten: „Wir liegen gut im Zeitplan. Mehr als die Hälfte ist schon fertig“, sagte er auf Nachfrage.

Die Abtrennung der Kopfbalken ist jedoch nur ein kleiner Teil der Arbeiten, die zu erledigen sind. So sind zum Beispiel auch Anker in den Fels unter der Bundesstraße zu treiben, die später die neue Stützwand halten sollen. Außerdem muss vor der alten Stützmauer eine Bewehrung aus Baustahl angebracht werden. Dieses Stahlgerüst wird schließlich unter Spritzbeton verschwinden.

Verse wird umgeleitet

Die alte Stützwand erhält somit eine Vorsatzschale, die über die zuvor gesetzten Anker fest mit dem Gestein verbunden ist. Oben drauf wird schließlich ein neuer Kopfbalken betoniert.

Um überhaupt auf dieser Baustelle arbeiten zu können, hat das Bauunternehmen zunächst sogenannte Bigbags – große, mit Sand gefüllte Säcke aus Polypropylen mit einem Volumen von etwa 1000 Litern – ins Versebett gestellt. Sie leiten den Fluss während der Arbeiten an der Baustelle vorbei.

Noch einige Monate Lärm und Stau

Noch etwa vier Monate werden die Arbeiten an der Stützmauer dauern, glaubt Andreas Berg. „Anschließend haben wir dort aber auch noch etwas Straßenbau“, verweist er darauf, dass die Baustelle damit noch nicht erledigt ist. Abschließend müsse nämlich noch die Bundesstraße wieder asphaltiert werden.

Wenn dann schließlich irgendwann Anfang 2020 alles fertig ist, wird der Landesbetrieb rund 2,5 Millionen Euro investiert haben. Und die Autofahrer werden aufatmen. Mehr als ein Jahr haben sie dann auf der nur einspurig befahrbaren Bundesstraße Wartezeiten vor roten Ampeln in Kauf genommen.

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