Längere Einsatzzeiten für die Feuerwehr Eveking

Manfred Theile, Mitte, stv. Wehrleiter Heinrich Dittmann, links, und Thomas Scharpe, scheidender Zugführer, bei der Versammlung.

Werdohl -  Christian Wagner ist neuer Führer des Löschzugs 3 der Werdohler Feuerwehr, der Einheit in Eveking. Der Brandinspektor wurde am Samstagnachmittag im Rahmen der Jahresdienstbesprechung durch Wehrleiter Manfred Theile ernannt.

Von Michael Koll

Bei seinem Jahresbericht wünschte sich Stadtbrandinspektor Theile: „Mögen die Containerbrände in unseren weiteren Berichten nie wieder Erwähnung finden.“ 2013 hatten es noch 457 Einsätze für die Werdohler Wehr gegeben. Nachdem ein Brandstifter gefasst war, kamen die heimischen Feuerwehrleute im abgelaufenen Jahr lediglich auf noch 316 Alarmierungen. Allerdings stieg die Durchschnittsdauer der Einsätze im gleichen Zeitraum dramatisch von 0,97 (2013) auf 1,31 Stunden.

Besonders hart traf es den Löschzug Kleinhammer. Dort sank die Zahl der Einsätze von 109 auf nur noch 66. Zeitgleich stieg die Einsatzzeit von 97,55 auf 116,76 Stunden. Auch die Wehrleitung musste vermehrt ran. Statt drei kam sie auf fünf Einsätze im Jahr. Die Einsatzdauer stieg von 0,83 auf 5,4 Stunden. Theile kommentierte das süffisant: „Ich brauche länger, ich werde älter.“

Zum Jahreswechsel hatte die Feuerwehr 107 Einsatzkräfte, darunter lediglich fünf Frauen. Dazu kommt die Jugendfeuerwehr mit 19 Männern und sieben Mädchen. Die Ehrenabteilung stellt 46 Kameraden. Die Zahl der Containerbrände hatte zwar nachgelassen, doch „unsere allseits geliebten Einsätze“, wie Theile die Ölspuren sarkastisch bezeichnete, lagen 2014 wieder ganz oben auf der Hitliste: 60 Einsätze.

Zwei überörtliche Hilfseinsätze in Greven und Essen hob der Wehrleiter besonders hervor: „Das ging jeweils an die Leistungsgrenze unserer Männer.“ Diese fanden aber in den vergangenen zwölf Monaten noch reichlich Kraft und Zeit, um sich fort zu bilden. „Kompliment“, quittierte der Stadtbrandinspektor, „unser Wissensschatz ist so erweitert worden.“ Diese Tendenz setze sich im neuen Jahr fort, lobte er.

147 Kinder besuchten Feuerwehrgerätehaus

Im Vorjahr wurden zudem 147 Kinder im Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte theoretisch und praktisch unterwiesen im Umgang mit Feuer und Gefahrenquellen. Insgesamt genossen seit Juni 1996 stolze 2967 Mädchen und Jungen die Brandschutzerziehung, hatte Theile vor 30 weiteren Anwesenden nachgerechnet.

Der scheidende Löschzugführer Thomas Scharpe erzählte zuvor in seinem Bericht von 27 aktiven Kameraden in Eveking. Zwölf Ex-Aktive befinden sich dort in der Ehrenabteilung. Scharpe appellierte aber an seine Kameraden: „Es ist wichtig, dass wir an den Übungsdiensten teilnehmen.“ Die Quote lag im Vorjahr diesbezüglich bei 76,21 Prozent.

Der Löschzug hatte 2014 insgesamt 50 Einsätze. Elf Alarme durch Brandmeldeanlagen standen auf der anderen Seite auch dort zehn Ölspuren gegenüber. 80 Prozent der Einsätze fanden zwischen 7 und 18 Uhr statt. Scharpe: „Also genau in der Zeit, wo wir am schwächsten besetzt sind.“

Der nunmehrige stellvertretende Löschzugführer erinnerte an die Drei-Tages-Feier zum 125-Jährigen der Feuerwehr Eveking im vergangenen Jahr. Zur Erinnerung erhielt am Samstag jeder Anwesende ein seinerzeit geschossenes Gruppenfoto.

Stefan Gerdes wechselt in die Ehrenabteilung

Auch blickte Scharpe zurück auf 25 Dienstjahre von Oberbrandmeister Axel Terbrün und auf die Dienstzeit von Hauptbrandmeister Stefan Gerdes, der 2014 in die Ehrenabteilung wechselte.

Stadtbrandinspektor Manfred Theile nahm schließlich noch einige Beförderungen vor: Ex-Löschzug-Leiter Scharpe wurde vom Brandinspektor zum Oberbrandinspektor befördert. Kai Terbrün stieg vom Hauptbrandmeister über den Rang des Brandinspektors zum Oberinspektor auf. Unterbrandmeister Sebastian Kedzierski darf sich fortan Brandmeister schimpfen. Die Ober-Feuerwehrmänner Nicolas Knipp und Pierre Schmidt sind künftig Unterbrandmeister. Julian Schubert letztlich ist nicht mehr Feuerwehrmann-Anwärter, sondern Feuerwehrmann.

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