Ladybirds amüsieren mit dem "Kriminaltango"

+
Die Ladybirds Heike Michaelis und Regina Fischer (v.l.) sind Vollblutmusikerinnen und verstehen sich außerdem im Schauspiel.

Werdohl - Charme und Eleganz versprühten am vergangenen Samstagabend im Kleinen Kulturforum im Bahnhof nicht nur die menschlichen Akteure auf der Bühne. Das Duo Ladybirds war mit seinem Programm „Kriminaltango“ zu Gast und präsentierte vor ausverkauftem Haus eine energiegeladene Revue mit Kriminalgedichten, Balladen und jeder Menge Musik.

Dabei standen aber nicht nur Regina Fischer und Heike Michaelis im Rampenlicht. Auch ihre beiden Handpuppen – die laszive Schlange Celina und ihr cooler Verehrer Götz E. – hatten durchaus ihre Auftritte.

Mörderisch ging es diesmal im kleinen Kulturforum zu, aber nicht minder heiter. Die erste Veranstaltung nach der Sommerpause hatte es wahrhaft in sich – so vielfältig wie die Gründe für Mord, Totschlag und Kriminalität sein können, so vielfältig war auch das Programm, mit dem die Ladybirds ihr Publikum zu unterhalten wussten – bedingungslos heiter nämlich. Bekannte Melodien der Kriminalgeschichte hatten Regina Fischer und Heike Michaelis vorbereitet.

Mit Piano, Saxophon, Gesang, E-Gitarre, Vibraphon und Percussion spannten sie den musikalischen Bogen vom Chanson zur Pop-, Rock- und Jazzmusik bis hin zu Filmtiteln und zur Oper. Bill Ramseys „Ohrwurm“ aus den 1960er Jahren „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ stimmte auf das Programm mit den leidenschaftlichen Rezitationen Celinas von Gedichte von Wedekind, Schiller und Chobot ein.

Die züngelnde Diva wusste sich dabei in Szene zu setzen, strich sich mit ihrem Schwanzende immer wieder verführerisch durchs rote, wallende Haar und vergaß zu keiner sich bietenen Gelegenheit, auf ihre Leidenschaften „Krimis“, „Mord“, „Sex“ und „Geld“ hinzuweisen – es ihr gleich zu tun, dazu war Götz E. einfach zu cool. Lässig lehnte der Schwarzhaarige mit intellektueller Brille an seiner „Reisekiste“, rauchte eine nach der andern und rappte in perfektem badischem Slang Balladen zu groovigen Pianosounds.

Die Krimirevue war wahrlich nichts für das sogenannte „Opern-Publikum“. Lieder wie „Banküberall“ von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, „Der Mörder ist immer der Gärtner“ oder „Mackie Messer“ animierten zum mitsingen. Und auch Mitmachen war angesagt, wenn Ladybirds-Darstellerin Heike Michaelis zum Tanz zum „Kriminaltango“ aufforderte – eine Bitte, der ein Gast aus der ersten Reihe gerne nachkam und die gute Stimmung weiter nach vorne trieb.

-Von Susanne Jentzsch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare