Rangelei zwischen Ladendieb und Ladendetektiv

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Symbolfoto

Werdohl - Drei junge Männer erschienen am Abend des 18. Februar 2017 im Werdohler Edeka-Markt. Im Amtsgericht Altena sahen sie sich wieder: Einer als Angeklagter, die beiden anderen als Zeugen.

Die beiden Zeugen sollten Auskunft geben zu der Frage, ob ihr Begleiter auf den von der Überwachungskamera aufgezeichneten Bildern des Trios identisch war mit dem 23-jährigen Angeklagten. Aber offenbar waren sie eher entschlossen, sich die Zunge abzubeißen und eine Anzeige wegen uneidlicher Falschaussage zu riskieren, als das Offensichtliche zuzugeben.

Schmerzhafte Erinnerung

Dafür gab es andere Zeugen, die sich gut bis schmerzhaft an den Angeklagten erinnern konnten. Denn ein Ladendetektiv hatte den Dieb einer Flasche Gin zum Preis von etwa 20 Euro auf der Rolltreppe des Marktes verfolgt und ihn an der Schulter gefasst. Durch das Losreißen des Diebes und „durch den eigenen Schwung“ war er ins Straucheln gekommen und mehrfach aufgeschlagen. Zurück blieb Blutergüsse und letztlich eine Narbe am Arm.

Eine Auszubildende des Supermarktes bestätigte, dass der Angeklagte zuvor in Begleitung der beiden verschwiegenen Zeugen den Markt betreten habe. Sie kenne alle drei, erklärte die 19-Jährige, die das eigentliche Tatgeschehen aber nicht mehr mitbekommen hatte. Einer der beiden Zeugen sollte dem Angeklagten angeblich durch Sichtschutz noch dabei geholfen haben, die Alkohol-Flasche möglichst unbemerkt in die Jackentasche zu stecken.

Wohl kein räuberischer Diebstahl

Letztlich deuteten die Aussagen aber durchweg an, dass der Dieb den Ladendetektiv nicht aktiv angegriffen hatte, sondern dass die Verletzungen eher aus Versehen im Eifer des Gefechts entstanden sind. Sollte das Schöffengericht zu dem Ergebnis kommen, dass der Angeklagte auch der flüchtige Dieb vom 18. Februar war, so wäre damit möglicherweise der Vorwurf des räuberischen Diebstahls vom Tisch. Denn diesen ahndet das Strafgesetzbuch ähnlich streng wie einen Raub: Die Mindeststrafe liegt bei einem Jahr.

Erneut wies der Angeklagte auch den Vorwurf zurück, er habe am 5. Januar 2017 am Bahnhof in Werdohl zehn Gramm Marihuana in seinem Besitz gehabt. „Zwei Tütchen“ räumte er ein – der Rest habe einem Begleiter gehört, beteuerte der Angeklagte. Da dieser Zeuge allerdings fehlte und zu dieser Frage nicht befragt werden konnte, wurde die Verhandlung erneut vertagt.

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