Kuppel und stilles Minarett: Ditib-Gemeinde plant Moschee-Erweiterung

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Die Eyüp-Sultan-Moschee an der Freiheitstraße ist nicht als religiöses Gebäude zu erkennen. Die Gemeinde plant eine Erweiterung der beengten Verhältnisse und möchte außerdem Kuppel und Minarett anbauen.

Werdohl - Die Werdohler Ditib-Gemeinde an der Freiheitstraße plant eine Erweiterung ihrer Sultan-Eyüp-Moschee auf dem vereinseigenen Gelände.

Vorsitzender Fahrettin Alptekin bestätigte, dass die Moschee äußerlich als solche erkennbar werden soll. Ohne das Stadtbild entscheidend verändern zu wollen, wünsche sich die Gemeinde ein stilles Minarett und Kuppel. 

Noch 2011 beim Besuch des FDP-Bundespolitikers Vogel in der Werdohler Moschee bezeichnete Ali Akdeniz, damals Vorsitzender des türkischen Elternvereins, einen Minarett-Bau als „nur eine architektonische Sehnsüchtigkeit. Für den Islam hat das nichts zu bedeuten“. Auf Nachfrage von Vogel sagte Akdeniz damals, dass man „auf jeden Fall“ gerne ein Minarett gebaut hätte. Doch: „Wir wollten Konflikten aus dem Weg gehen und haben es uns erspart.“ 

An Feiertagen hoffnungslos überfüllt 

Sieben Jahre später scheuen die Ditib-Vorsitzenden Fahrrettin Alptekin und Sava Sevim diese Konflikte offensichtlich nicht mehr. Eine entsprechende Bauvoranfrage wurde bereits im Frühjahr 2017 gestellt. Damals waren auch nicht-öffentlich die Fraktionen informiert worden, weil die Planungen Auswirkungen auf das Stadtbild haben könnten. Die Ditib-Gemeinde habe laut Alptekin im Herbst dieses Jahres bei der Stadt Werdohl einen Bauantrag eingereicht. Man müsse jetzt in gemeinsamen Gesprächen sehen, was baulich und rechtlich erlaubt sei. Das Gebäude selbst sei für die mehreren hundert Gläubigen viel zu klein. An islamischen Feiertagen sei alles hoffnungslos überfüllt. 

Die Gemeinde plane eine Vergrößerung auf dem eigenen Grundstück. Unter anderem soll eine öffentlich zugängliche Teestube und Cafeteria in der Nähe der Bushaltestelle „Kirche“ der Märkischen Verkehrsgesellschaft entstehen. Die an der Bushaltestelle direkt vor dem Wohnungseingang des Imam wartenden Fahrgäste würden jetzt schon die kleine Küche nutzen oder sich unter dem Vordach unterstellen. 

Moschee ist nicht als solche erkennbar 

Dass die Moschee von außen nicht als religiöses Gebäude zu erkennen ist, wollen die Muslime ändern. Zu einer Moschee gehörten zumindest optisch ein Minarett und eine Kuppel. Die Kuppel stellt für die Muslime einen Blick in den Himmel dar. Jeder Muslim solle zukünftig von außen erkennen, dass er eine Moschee vor sich habe. Genaueres lässt sich Alptekin aber nicht entlocken. Man wolle die Stadt in jeder Hinsicht bereichern, so Alptekin. 

Die Stadtverwaltung hält sich vollkommen bedeckt. Das ist üblich, die Stadt darf über private Bauanträge Dritter nichts öffentlich mitteilen. 

Pfarrer Grzegorek äußert Befürchtungen

In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses in der vergangenen Woche hatte der evangelische Pfarrer Dirk Grzegorek entsprechende Fragen gestellt. Er befürchte eine „stadtbildprägende Veränderung“, der Bau eines Minaretts sei eine sensible Angelegenheit. Die Fachbereichsleiter Thomas Schröder und Michael Grabs bestätigten lediglich, dass ein Antrag der Ditib-Gemeinde vorliege. Über Einzelheiten sagten sie nichts. Grzegorek formulierte weitere Besorgnis so: „Es soll ja nicht so wie in Köln werden.“ 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh erklärte öffentlich, dass das Thema im Rathaus „sensibel behandelt“ werde.

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