Kunstobjekte treten aus Dunkelheit hervor

+
Thomas Volkmann, Gerhard Kania und Jörg Ziese (von links) zeigen ihre Arbeiten während ihrer gemeinsamen Ausstellung am nächsten Samstag im Gewerbepark Eveking.

WERDOHL -  „Eine Ausstellung muss treffen“, sagt Thomas Volkmann. Kopf, Bauch oder Herz sind seine „Zielscheiben“. – Die Bezeichnung „nett“ reicht dem Werdohler Künstler für die Beschreibung seiner Ausstellungen nicht. Volkmann ist radikaler. Kompromisslos auch in seiner Arbeit. Wirkt ein Bild harmonisch, arbeitet er mit Pinselstrichen dagegen. – Seine Ergebnisse sind am Samstag, 23. Februar, bei der Ausstellung im Gewerbepark Eveking zu sehen. Thomas Volkmann, Gerhard Kania und Jörg Ziese laden zum sechsten Mal zur gemeinsamen Ausstellung auf das alte Industriegelände ein.

Konzeptkunst, Malerei, Installation, Objekte, Fotografie und Collagen sind bei der Ausstellung der beiden Werdohler Thomas Volkmann und Jörg Ziese und des Neuenrader Künstlers Gerhard Kania zu sehen. Die Ausstellungsfläche in Eveking wurde auf 500 Quadratmeter erweitert. Mit einer Besonderheit: Neben der klassischen Ausstellungsfläche gibt es einen dunklen Raum, in dem die Themen Staat, Kirche und Glaube künstlerisch bearbeitet werden. Im „dark room“ sind Kunstobjekte mit Licht inszeniert und treten dem Betrachter aus der Dunkelheit entgegen. „Dunkel“ seien auch die Themen, die behandelt werden, beschreibt Thomas Volkmann, der sich mit Gerhard Kania in einer Künstlerkooperation mit dem Nationalsozialismus, der Unterwelt der Mythologie im Kontext zur heutigen Zeit und dem Ende des klassischen Kulturgutes auseinander gesetzt hat. „Wir haben die gleiche Funkfrequenz“, sagt Gerhard Kania über die seit zwei Jahren währende Zusammenarbeit mit seinem Künstlerkollegen Volkmann. Gemeinsam arbeiten beide Kunstkonzepte aus, kommen vor der endgültigen Umsetzung zu „Machbarkeitsstudien“ im Neuenrader Atelier Kanias zusammen.

„In der Kunst bin ich frei, ich kann tun, was ich will, ohne auf eine Zielgruppe hinzuarbeiten“, beschreibt Thomas Volkmann seine Arbeit. Er sei kein Geschichtenerzähler: „Die Bilder sind Geschichte.“ In der Malerei hat sich Volkmann von seinen karikaturhaften, breit grinsenden Figuren verabschiedet. Neuerdings wirken seine Gesichter zornig und wild. Die Wucht der Bilder und ihre Direktheit sind damit beeindruckend und verwirrend zugleich.

Jörg Ziese als Dritter im Bund bezeichnet es hingegen als „Trugschluss“, dass er als Künstler auf der Leinwand tun und lassen könne, was er wolle. Permanent stoße er bei der Malerei auf die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Persönlichkeit. Unter den drei Ausstellern hat der Werdohler die sowohl abstrakteste als auch die gegenständlichste Position inne. In nahezu klassischer Malweise nähert sich Ziese den Dingen bis in kleinste Details und führt dem Betrachter eine neue Welt vor Augen.

Als Gastkünstlerin wird in der nächsten Woche außerdem Katharina Gimbel einen Ausschnitt ihrer aktuellen Fotoinstallation „Archiv“ zeigen.

Die Kunstausstellung Kania,Volkmann & Ziese findet am Samstag, 23. Februar, in der Zeit von 17.30 bis 22 Uhr, im Gewerbepark in Eveking, Hauptstraße 67, statt.

Von Simone Benninghaus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare