Fantasien und Absichtserklärungen statt zielgerichteter Arbeit

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Bunte Wünsche an der Wand bearbeiteten Silke Erdmann (rechts, Regionalmanagement LenneSchiene) und Susanne Thomas (Kulturregion Südwestfalen).

Werdohl -  Blumige Fantasien und Absichtserklärungen statt zielgerichteter Arbeit bestimmten das jüngste Treffen des Kulturarbeitskreises Lenneschiene im Werdohler Bahnhof. Da war viel die Rede von Straßenbegleitgrün und Wildkräutern, die durch den Teer wachsen, von der fälligen gärtnerischen Pflege diverser Gewächse und vom nötigen Dung. Das kann man im Hinblick auf die Frage nach einer bunteren oder gar blühenden Zukunft der Kultur entlang der Lenne irgendwie auflösen – Antworten auf die zu machenden Hausaufgaben lieferte diese Art von unterhaltsamer Poesie jedoch kaum.

Am Ende stand ein Beschluss, auf dessen Grundlage die Teilnehmer an diesem Abend eigentlich schon vernünftig hätten arbeiten können – wenn die Hausaufgaben seit den vorangegangenen Sitzungen gemacht worden wären: Nötig ist eine Bestandsaufnahme dessen, was in den Städten an der Lenne an Kultur, Unterhaltung und sogar Kunst bereits stattfindet – und an welchen Orten.

Wer sind die Träger dieser Veranstaltungen? Sind sie erfolgreich und wenn nicht: Woran scheitern sie? Was wäre darüber hinaus wünschenswert? Und was kann und möchte man hier vor Ort nicht liefern?

Die Einladung zur jetzigen Sitzung erwähnte die etwas fortgeschrittene Situation an der Volme. Dort hat der Prozess regionaler Integration immerhin schon so etwas wie eine Marke hervorgebracht: „Oben an der Volme“. Die Kulturankündigungen auf Internetseiten verweisen dort auf Veranstaltungen der anderen Städte, die sich unter diesem Dach zusammengefunden haben. Das ist ein guter Anfang.

Vorbild "Oben an der Volme"

Es hätte sogar einen Anlass gegeben, darüber zu sprechen, ob diese Beschreibung zu optimistisch ist: In der Runde befand sich auch Matthias Ortmann, Chorleiter aus Halver, der sich eifrig und erfolgreich darum bemüht, dem Chorsterben Einhalt zu gebieten. Er brachte die unterhaltsamste Berufsbezeichnung mit in den Kreis ein: „Sanierungsbeauftragter für westfälische Kulturunternehmen“.

Zur Volme zu schauen, lohnt sich noch in anderer Hinsicht: Der Verein für Kunst und Kommunikation (KuK) sorgt durch seine Präsenz in Meinerzhagen und Kierspe für ein sehr gut vermarktetes Kulturangebot. Dafür gebe es an der Lenne nicht die finanziellen Mittel, hieß es. Vom Geld war an diesem Abend natürlich immer wieder die Rede, und bei der Frage, wie Mittel sinnvoll eingesetzt werden sollten, schnitte KuK vermutlich gut ab – ganz abgesehen davon, dass der Verein auch durch Mitglieder getragen wird.

Kultur in Werdohl kaum wahrgenommen

Bei all dem gilt in Werdohl, was der Künstler Thomas Volkmann vortrug: „Es mag sein, dass es hier und dort in Werdohl Kultur gibt“, sagte er. Sie werde aber kaum wahrgenommen. Stimmt das? Vielleicht muss es auch nicht immer die große Kunst sein – manchmal hat auch die gute Unterhaltung ihr Recht.

Und dann ist da noch der Festsaal Riesei: Für das, was dort noch geschieht, ist der Raum aufgrund seiner baulichen Gegebenheiten nur sehr bedingt geeignet. Ziemlich einmalig in der Region sind hingegen die Möglichkeiten der Kunsthalle Südwestfalen in Eveking. Einig waren sich Teilnehmer der Runde darauf, dass die Vermarktungswege der Lenne-Kultur in Zukunft auch Blicke auf die Nachbarstädte ermöglichen sollen. Da lässt sich auch mit den vorhandenen Mitteln bei gutem Willen schon einiges bewegen

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