Raumknappheit beim Kleinen Kulturforum

Der Vorstand des Kleinen Kulturforums (von links): Kuratoriumssprecher Jürgen Hennemann, Schatzmeisterin Susanne Gräser, Vorsitzender Dr. Hans-Joachim Hultsch, Geschäftsführerin Petra Kullack, Schriftführerin Annette Wolf und Archivwart Thomas Jung.

WERDOHL - Vorzeigbare Leistungen, konstanter Mitgliederbestand, eine gut gefüllte Kasse und eine Führungsriege, der das Vertrauen weiterhin ausgesprochen wurde. Alles gut also beim Kleinen Kulturforum – oder eben auch nicht.

So etwa ließe sich der Inhalt der Jahreshauptversammlung des 133 Mitglieder starken Vereins vom vergangenen Mittwoch zusammenfassen.

Zwar konnten Vorsitzender Dr. Hans-Joachim Hultsch und Geschäftsführerin Petra Kullack auf eine Reihe gut besuchter Veranstaltungen verweisen, doch wirklich angefreundet hat sich der aktive Kern des Kulturforums mit der neuen Umgebung im Kulturbahnhof noch nicht. Deutlich wurde das vor kurzem erst während der Sitzung des städtischen Kulturausschusses, und deutlich machte es Hultsch auch wieder am Mittwoch.

Es sei gegenwärtig nicht möglich, ein umfassendes Meinungsbild zur neuen Situation innerhalb des Vorstandes zu finden, es fehle an entsprechenden Erfahrungen und nach bisherigen Erkenntnissen haben zumindest einige Künstler Probleme mit den Platzverhältnissen, hob der Vorsitzende hervor. Es fehlen im Vergleich zu dem Raum an der Goethestraße 17 Quadratmeter.

Zwar könnten – und das sei eine gute Zahl – 50 Stühle aufgestellt werden, doch bei speziellen Veranstaltungen, wie beim Kulturcafé, werde es eng. Man suche nach Lösungen, die Planungen für 2014 – dann besteht das Kulturforum im zwölften Jahr – seien bislang „nur sehr dezent“ vorangetrieben worden.

Verschiedene Künstler hätten wegen der erkennbaren Raumknappheit bereits abgesagt. Dazu gehört die Volkmann-Gruppe, die im März noch an der Goethestraße eine eindrucksvolle Ausstellung präsentierte, aber Platz brauche, weil die Akteure auch während der Ausstellung weiterarbeiten wollen.

Hultsch kündigte an, dass man gegebenenfalls einen zusätzlichen Raum in der zweiten Etage mitnutzen könne, sodass die Künstler zumindest einen Rückzugsbereich hätten. Allerdings müsse man sich für jeden Termin den Schlüssel im Rathaus abholen, und „da komme ich mir vor wie ein Tertianer in der Schule“. Trotz allem werde der Vorstand nicht verzagen, so Hultsch, der auch eindeutig klarmachte: „Das Kleine Kulturforum ist keinesfalls Ersatz für den Kulturbogen. Wir bieten kleine Kulturveranstaltungen, und bei diesem Rahmen bleibt es.“

Wie der Vorsitzende, so sah auch Geschäftsführerin Petra Kullack trotz aller Rückschläge eingeschränkt positive Signale: „Wir haben den Ärger runtergeschluckt, weil einiges anders gelaufen ist, als es gedacht war“ und einiges – wie der nicht immer funktionieren Aufzug und der Umgang mit der Alarmanlage – noch im Argen liege. Die Veranstaltungen jedoch, die man im Bahnhof habe anbieten können, hätten große Resonanz und noch mehr Lob gefunden. „Alles in allem“, so Kullack, „sehen wir die Entwicklung positiv.“

Ähnlich sah es auch Kuratoriumssprecher Jürgen Hennemann. Er sei überzeugt, dass man wieder ein gutes Jahresprogramm bieten könne. Andererseits beklagte er, dass längst nicht alle Vertreter der sogenannten Säulen, auf denen das Kulturforum ruhe, sich ernsthaft einbringen und ohne Angabe von Gründen den Terminen fernbleiben.

Der Kassenbericht von Schatzmeisterin Susanne Gräser weist trotz recht hoher Aufwendungen, Gagen und einiger gezielter Anschaffungen einen namhaften, vierstelligen Überschuss aus – nicht zuletzt auch durch ein deutlich höheres Spendenaufkommen als im Vorjahr. Die bei den Banken angelegten Reserven lägen im fünfstelligen Bereich.

Die Vorstandsriege bleibt dem Kleinen Kulturforum in ihrer bisherigen Zusammensetzung auch weiterhin erhalten. Schriftführerin Annette Wolf wurde ebenso in ihrem Amt bestätigt, wie Schatzmeisterin Susanne Gräser. Auch der Vorsitzende Dr. Hans-Joachim Hultsch wurde wiedergewählt. Er jedoch machte die Mitglieder abschließend noch darauf aufmerksam, dass nun allmählich die Zeit komme, in der man sich nach einem geeigneten Nachfolger umschauen müsse.

Von Rainer Kanbach

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