Stadtmarketing-Verantwortliche fassungslos

Kündigung nach nur einem Tag: Fehlstart im Innovationszentrum

Katharina Biermann ist Regionalmanagerin der Leader-Region Lenneschiene und derzeit die einzig „gesetzte“ Person, die im zukünftigen Innovationsbüro von Stadtmarketing und Stadtverwaltung mitarbeiten dürfte.
+
Katharina Biermann ist Regionalmanagerin der Leader-Region Lenneschiene und derzeit die einzig „gesetzte“ Person, die im zukünftigen Innovationsbüro von Stadtmarketing und Stadtverwaltung mitarbeiten dürfte.

Mit der Besetzung der Stelle im Werdohler Stadtmarketing-Management haben Geschäftsführer Ingo Wöste und Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Middendorf (CDU) kein Glück: Nach ihrem ersten Tag in Werdohl am 1. März hatte die neue Stelleninhaberin gleich wieder das Weite gesucht.

Wöste zeigte sich einigermaßen fassungslos: „Ich glaube nicht, dass man nach nur einem Tag so eine Entscheidung treffen kann. Aber wir müssen es akzeptieren.“

Mit dieser Personalie und einer Erklärung von Bürgermeister Späinghaus bleibt das geplante Innovationszentrum im Bahnhof zunächst einmal in den Startlöchern stecken. Wöste und Middendorf hatten Anfang Januar ihre Idee eines Innovationszentrums in den Räumen der ehemaligen Kunstschule im Bahnhof vorgestellt. Die damals wie heute noch einzustellende Person für die Stadtplanung, der im Oktober eingestellte städtische Raumplaner Marcel Schmidt, Klimaschutzmanagerin Meike Majewski, Leader-Managerin Katharina Biermann und Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs sollten in einer Art Bürogemeinschaft an der Entwicklung Werdohls arbeiten.

Nicht alle Details mit der Stadt abgesprochen

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Middendorf sagte Anfang Januar auch in seiner Eigenschaft als CDU-Ratsherr, dass längst nicht alle Details mit der Stadt abgesprochen seien, es aber eine grundsätzliche Zustimmung gebe.

Zu der Zeit lag Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) mit einer schweren Corona-Erkrankung auf der Intensivstation. Nach einigen Tagen zurück in seinen Amtsgeschäften meldete sich Späinghaus Ende Februar zu diesem Thema in der Redaktion. Das Rathaus-Personal – Stadtplaner, Raumplaner, Klimaschutzmanagerin, Wirtschaftsförderer – werde ganz sicher nicht ständig im Innovationszentrum arbeiten. Späinghaus: „Die haben zunächst einmal ihre Arbeitsplätze und ihre Aufgaben im Rathaus.“ Eine Mitarbeit im Innovationszentrum im Bahnhof könne er sich nur im Rahmen von Werdohler Projekten vorstellen. Späinghaus wurde ganz deutlich: „Wir entsenden kein städtisches Personal in das Innovationszentrum und das Stadtmarketing steuert es. Schlussendlich wird das im Rathaus entschieden.“

Aussagen waren „vielleicht etwas forsch“

Wöste und Middendorf hätten vielleicht Vorstellungen von der Arbeit im Innovationszentrum, die sich mit „dem normalen Arbeitstag der Beschäftigten“ nicht unbedingt decken würden. Die Aussagen der beiden seien im Januar „vielleicht etwas forsch“ rübergekommen. Späinghaus sagte, dass er keine „Unruhe im Haus“ haben wolle. Als Bürgermeister stehe er zuerst für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gleichwohl sei die Idee sehr gut, arbeitsfeldübergreifend an der Entwicklung der Stadt zu arbeiten. An solchen Projekten könne sich zum Beispiel auch Michael Tauscher beteiligen, der Generationsarbeit und Integration leiste.

Mehr oder weniger gesetzt für das Innovationszentrum ist allein Leader-Regionalmanagerin Katharina Biermann. Sie hatte bislang ihr Büro im Stadtinfo-Point im Bahnhof. Späinghaus: „Der Infopoint ist meine ureigene Idee. Da wird sich etwas ändern, aber es ist zu früh, das jetzt schon zu besprechen.“ Die Stadtmarketing-Führung hatte davon gesprochen, den Infopoint mit in das Innovationszentrum einzubeziehen.

Persönlich begründete Erklärung

Wöste wollte eigentlich in dieser Woche gemeinsam mit Späinghaus die neue Mitarbeiterin der Öffentlichkeit vorstellen. Wöste: „Die Stelle war auf die neuen Erwartungen an die Tätigkeit ausgeschrieben worden. Wir hielten und halten sie für fähig und kompetent.“ Sie selbst habe das wohl anders gesehen und am ersten Arbeitstag eine persönlich begründete Erklärung abgegeben.

Wie es jetzt mit dem Stadtmarketing und dem Innovationszentrum weitergehe, müsse neu besprochen werden. Auf die Ausschreibung hatten sich mehrere Personen beworben, es waren Auswahlgespräche geführt worden. Wöste bat um Zeit: „Wir müssen uns jetzt erst einmal wieder neu positionieren und neu nachdenken.“ Das dritte Mal innerhalb von drei Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare