Kümbet-Fest in Werdohl will Nationen verbinden

Zum Tanzen ließen sich viele Besucher hinreißen.

WERDOHL ▪ Das Kümbet-Fest des Giresunlular Kulturvereins und des Kdeücü Fußballvereins lockte im sechsten Veranstaltungsjahr die Massen zum Sportplatz in Altenmühle.

Rund  1000 Besucher kamen, schätzte Atif Özer. Zudem freute sich der Vorsitzende des Kulturvereins, dass auch immer mehr deutsche Gäste unter den Besuchern seien. „Es sind zwar noch nicht so viele, wie wir gerne hätten, aber es werden von Jahr zu Jahr mehr.“

Zwar liegen die Ursprünge des Kümbet-Festes am Schwarzen Meer – im Nordosten der Türkei gibt es eine Stadt namens Giresun, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Etwa 90 000 Bewohner leben dort. In Giresun wird zum 24. Mal das Kümbet-Fest gefeiert, dessen Hintergrund mit dem deutschen Almauftrieb verglichen werden kann. „Jedes Jahr ziehen die Menschen mit ihren Tieren vom Meer in die Berge. Dort ist es im Sommer angenehmer zum Leben“, weiß Atif Özer. Schätzungsweise 25 000 Menschen feiern in Giresun stets am 2. Wochenende im Juli. „Und weil sehr viele Menschen aus der Region Giresun in Werdohl leben, hat der Kulturverein die Entscheidung getroffen, auch in Werdohl zu feiern.“

Zum einen soll das Kümbet-Fest an die „alte“ Heimat erinnern, zum anderen aber auch zur Integration in der „neuen“ Heimat beitragen. Kultur- und Fußballverein wollen ihr Brauchtum mit den Deutschen teilen. Wer am Sonntag zum Sportplatz Altenmühle kam, wurde freundlich empfangen, und fand sich inmitten einer großen Picknick-Party wieder. Entlang des Sportplatzes hatten die Besucher ihre Decken ausgebreitet, sonnten sich oder plauderten unter einem schattigen Plätzchen. Nach einem Spaß-Fußballturnier am Morgen, an dem sechs Mannschaften teilgenommen hatten, eroberten die Nachwuchskicker das Feld. Für musikalische Unterhaltung sorgten drei türkische Folkloresänger, außerdem präsentierten Kinder- und Jugendgruppen Folklore-Tänze. Ein reichhaltiges Angebot an traditionellen türkischen Speisen rundete das Angebot ab.

Das Kümbet-Fest in Werdohl sei mittlerweile so bekannt, dass sogar Gäste aus dem Rheinland, Holland und Belgien nach Werdohl reisen würden, berichtete Atif Özer mit etwas Stolz. „Und sie erzählen dann Zuhause von unserer Veranstaltung und machen sozusagen auch etwas positive Werbung für Werdohl.“ ▪ sr

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