Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr in Eveking

Schlechte Beteiligung bei den Übungen

+
Nicholas Knipp (Zweiter von rechts) und Pierre Schmidt (Mitte) wurden befördert.

Werdohl - Wir hatten eine durchschnittliche Übungsbeteiligung von 58,2 Prozent“, bilanzierte Christian Wagner, Führer des Löschzuges 3, Eveking. Der Leiter der heimischen Feuerwehr-Einheit verdeutlichte: „Das ist ein erneuter Tiefpunkt. Das 80-Prozent-Ziel wurde damit wieder nicht erreicht.“ Weiter führte er aus: „Es besteht Klärungsbedarf. Ich werde Einzelgespräche führen.“

Bei der Jahresdienstbesprechung der Evekinger Kameraden hatte Wagner jedoch auch positive Nachrichten: Die Personalstärke des Löschzuges hat sich abgelaufenen Jahr nicht verändert und blieb bei 26.

Die Zahl der Einsätze lag im vorigen Jahr bei 52 und war somit um drei niedriger als noch 2018. Deutlich zugenommen hatte indes die Zahl der Nachteinsätze zwischen 22 und 7 Uhr. Sie stieg von 9,1 Prozent 2018 auf nunmehr 23,1 Prozent.

Im Rahmen der Veranstaltung am Samstagnachmittag im Feuerwehr-Schulungsraum in Kleinhammer standen auch zwei Beförderungen an, die Stadtbrandinspektor Kai Tebrün und sein Stellvertreter Andreas Wäscher vornahmen. Nicholas Knipp und Pierre Schmidt wurden jeweils zum Oberbrandmeister ernannt.

Auch Wehrleiter Tebrün hielt einen Jahresrückblick. Stadtweit verfügt die Feuerwehr nun über 111 Einsätzkräfte, fünf mehr als zwölf Monate zuvor. Allerdings sind lediglich sieben davon weiblich. Etwas anders sieht es bei der Jugendfeuerwehr aus, die sich aus 14 Jungen und neun Mädchen zusammensetzt.

Stadtbrandinspektor Kai Tebrün schnitt bei seinem Jahresrückblick einige unerfreuliche Themen an und bezog dabei klar Stellung.


Doch auch Tebrün musste Einzelgespräche führen, denn drei Einsatzkräfte hatten begonnen, bei der Feuerwehr ihren Führerschein zu erwerben. Zwei hatten nach zwölf Monaten diese kostenfreie Ausbildung aber immer noch nicht abgeschlossen.

Dass die Ausbildung bei der Werdohler Wehr einen sehr guten Ruf hat, sprach sich indes auch in den Nachbarkommunen herum. So wurden bei den zwölf Brandschutzerziehungen 2019 in elf Fällen Mädchen und Jungen aus Werdohler Schulen und Kindergärten unterrichtet, in einem Fall aber auch die Kinder einer Kita aus Neuenrade. Für 2021 ist in Werdohl auch die Gründung einer Kinderfeuerwehr geplant.

Des Weiteren hatte der Stadtbrandinspektor auch eine Reihe von unangenehmen Themen anzusprechen. Zunächst ging er dabei auf das seit Jahren leidige Thema der Ölspuren ein. Zwar unterstütze der Baubetriebshof die Feuerwehr diesbezüglich schon nach Kräften, doch die Zahl solcher Einsätze sei weiterhin hoch. Häufig seien diese Einsätze dann mit Straßensperren verbunden. „Da werde ich teils sogar noch Tage später angerufen und beschimpft“, schilderte Tebrün, dass nicht jeder Verkehrsteilnehmer dafür Verständnis zeige.

„Auch mussten wir oft Schaulustige bei unseren Einsätzen zurückhalten“, ging der Wehrleiter zum nächsten Aufreger-Thema über. „Sonst laufen die Gaffer manchmal sogar bis zum Rettungshubschrauber“, sagte Tebrün beinahe ungläubig.

Als nächstes widmete sich der Feuerwehr-Chef bei seinem Bericht den Einsätzen aufgrund von geplanten Krankentransporten von Personen mit starkem Übergewicht. Zwei Mal habe er solche sogenannten Tragehilfen nun schon abgelehnt, „weil das schlicht Missbrauch der Feuerwehr ist“, unterstrich er. „Da bewege ich mich zwar auf ganz dünnem Eis, aber ich bekomme für meine Haltung auch viel Untersützung“, zeigt sich Tebrün dabei unbeirrt.

Schließlich schilderte der Stadtbrandinspektor einen besonders ärgerlichen Einsatz: „Ein Waldbesitzer verbrannte Holz in seinem Wald. Der war nicht begeistert, dass die Feuerwehr kam. Dementsprechend hat er sich auch verhalten.“ Tebrün fuhr allerdings fort: „Doch ohne unser Eingreifen wäre der Brand im sehr heißen Juli sehr schnell auf eine daneben stehende Hütte übergegangen.“ Durch die Feuerwehr habe also gerade noch Schlimmeres verhindert werden können.

Der nächste Tag der Rettungskräfte, teilte Wehrleiter Tebrün abschließend mit, sei für Sonntag, 29. März, vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare