Kritische Fragen zum Brüninghaus-Platz

Werdohl - Das war am Dienstagabend kein warmherziger Empfang für Christof Geskes: Schon bevor der Landschaftsplaner dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung die Entwürfe für den Brüninghaus-Platz und die Lennespange vorstellte, trug Jürgen Henke eine Frageliste der SPD-Fraktion vor.

Von Constanze Raidt

Auch aus den Reihen der CDU hagelte es kritische Fragen. Alle diese Beiträge bezogen sich im Wesentlichen auf zwei Punkte: das Geld und die Zeit. „Womit ist der große zeitliche Verzug von der Entwurfsplanung bis zur Vorlage des Entwurfes zu erklären?“, heißt es in der Liste der SPD.

Für einigen Unmut sorgte Geskes Antwort, der Entwurf liege der Verwaltung bereits seit Anfang des Jahres vor. Fachbereichsleiter Michael Grabs erinnerte an die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Februar. Damals hatte der ehemalige Bürgermeister Siegfried Griebsch mitgeteilt, dass für das Projekt rund 870.000 Euro fehlten und die ursprünglich geplante Summe von 1,3 Millionen Euro nicht ausreichen würde. „Es hätte keinen Sinn gehabt, Pläne auf den Tisch zu legen, ohne zu wissen, ob man das bezahlen kann“, sagte Grabs.

„Als Sie den Entwurf für den Wettbewerb eingereicht haben – wussten Sie da, dass das nicht für 1,3 Millionen Euro zu machen ist“, wollte CDU-Ratsherr Christoph Plaßmann von Geskes wissen. Ja, das sei ihm klar gewesen, sagte der Landschaftsplaner. „Das hatte mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“ Er habe das im Rahmen des Wettbewerbes auch mitgeteilt und seine Kollegen hätten dies bestätigt. Dem widersprach Manfred Buchta (CDU): „Niemand hat uns gesagt, dass das unrealistisch ist.“ Geskes übte seinerseits Kritik an dem Wettbewerbsverfahren. „Da hätte schon jemand rechnen müssen“, sagte er. Die Landschaftsplaner hätten das in dem kurzen Wettbewerbszeitraum nicht leisten können.

Trotz aller Auseinandersetzungen stellte der Architekt die Entwürfe seines Berliner Büros umfassend vor. Der Brüninghaus-Platz sei „komplett verbaut“ durch Hochbeete, Rasen und fest installierte Gegenstände. So sei es kaum oder gar nicht möglich, auf dem Platz Feste zu feiern oder einen Weihnachtsmarkt aufzubauen. Das soll sich mit dem Umbau ändern. Der Platz werde dann „unterschiedlich bespielbar“, bleibe aber „atmosphärisch trotzdem grün“, versprach der Landschaftsplaner. Die Lennespange als Verbindung zwischen dem Radweg am Flussufer und der Stadt werde „eine einladende Geste“. Schließlich solle so ein Stadtplatz „die gute Stube“ sein. Neue Bäume und Natursteine aus hochwertigem Granit sollen eine neue Atmosphäre schaffen.

Eine Informationsveranstaltung zum Umbau des Brüninghaus-Platzes und der Lennespange findet am morgigen Donnerstag, 3. Juli, statt. Alle interessierten Bürger sind ab 19 Uhr in den Bürgerhaussaal an der Schulstraße eingeladen. 

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