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Nach Tod Elizabeths II.: Auch die Werdohler trauern um die Queen

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Von: Michael Koll

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Königin Elizabeth II.
Die britische Königin Elizabeth II. ist tot. DIe Nachricht sorgte auch in Werdohl für Trauer. © Ben Stansall/Pool AFP/dpa

„Wir waren gestern unterwegs und haben erst abends gegen 22 Uhr, als wir wieder zuhause waren und die Nachrichten im Fernsehen angeschaut haben, mitbekommen, was passiert ist“, berichten Kriemhilde und Hans-Dieter Kurt. Die beiden Führungsfiguren des Fördervereins Werdohl-Derwentside trauern mit ihren britischen Freunden um Queen Elisabeth.

Werdohl - „Unsere englischen Gäste haben so oft Tassen und Teller mit ihrem Bild als Geschenke mitgebracht“, sagt Kriemhilde Kurt und stellt sofort ein paar Exemplare vom Diamanten Thronjubiläum 2012 auf den Tisch.

Mit den Bewohnern der Werdohler Partnerstadt Derwentside haben die Kurts seit der Todesnachricht noch nicht sprechen können, zu frisch ist das alles. Kriemhilde Kurt erzählt gerade, „dass eine Mitschülerin von mir damals auf der Realschule bei der Krönung von Elisabeth offiziell zuhause bleiben durfte – sie war die einzige, deren Eltern schon einen Fernseher hatten“. Und da kullern bei ihr auch schon die Tränen – die ersten seit der tragischen Todesmeldung vom Abend zuvor.

Schnell fängt sie sich wieder und berichtet, „dass wir der Königin auch zwei Mal begegnet sind“. Das zweite Mal war 2006. Da wurde in Düsseldorf der 60. Geburtstag Nordrhein-Westfalens gefeiert. „Im Landtag ist die Queen dann an uns vorüber gegangen, aber noch näher waren wir ihr einmal in Coventry.“

Kriemhilde und Hans-Dieter Kurt gedachten der Queen, mit der sie persönliche Erinnerungen verbinden.
Kriemhilde und Hans-Dieter Kurt gedachten der Queen, mit der sie persönliche Erinnerungen verbinden. © Koll, Michael

In der 150 Kilometer nordwestlich von London gelegenen Stadt waren die Kurts einst zu Besuch, in welchem Jahr das war, können sie nicht mehr genau sagen, „und wir wunderten uns über die große Anzahl an Polizisten, die wir dort überall sahen“, berichtet Kriemhilde Kurt. Kaum hatten ihnen Briten erklärt, dass die Monarchin dort gerade eine Kirche besichtige, kam sie aus dem Gotteshaus auch schon hinaus. „Sie war uns ganz nah, ging direkt an uns vorbei, gab jedem in der ersten Reihe die Hand und lächelte jeden einzeln ganz freundlich an“, erzählt Kriemhilde Kurt.

Während sie den Briten den Vortritt las, hatte Hans-Dieter Kurt mehr Glück. „Die Menschen um mich herum bekamen mit, dass ich Deutscher war. Sie zogen mich nach vorn und so habe ich tatsächlich Elisabeth, der Zweiten, die Hand geschüttelt.“ Nicht nur das verbindet ihn mit dem Königshaus. Er erzählt noch, „dass ich ja am selben Tag Geburtstag habe wie Queen Mum“.

Gedanklich zurück bei Elisabeth II. sagt Kriemhilde Kurt: „Man hat sie ja immer nur in Hütchen und ganz farbigen Kostümen gesehen, damit stach sie ja schon heraus.“ Ihr Mann ergänzt: „Damals in Coventry trug sie blau.“

Kriemhilde Kurt ergreift wieder das Wort: „Sie hat immer ihre Pflicht erledigt. Dabei war sie stets freundlich, wenn auch nicht so herzlich, doch ein wenig distanzierter.“ Dann schaut sie ihren Mann an und zweifelt: „Und jetzt Charles? Er wurde ja immer belächelt. Ich weiß nicht, ob er der Richtige ist?“ Hans-Dieter Kurt winkt ab und sagt hörbar überzeugt: „Doch, doch, das glaube ich schon.“

Von Werdohl aus werden mindestens zwei Menschen dem neuen König die Daumen drücken. Hans-Dieter Kurt berichtet abschließend, „dass wir auch Prinz Charles mal begegnet sind“. Er habe ein Seniorenzentrum besichtigt. „Als er heraus kam, waren wir auf der anderen Straßenseite. Er war also etwas weiter weg. Doch als ich gewunken haben, hat er zurückgewunken.“

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