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Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine: Werdohl kann nicht alle sofort aufnehmen

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Von: Volker Griese

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Immer mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kommen auch in Werdohl an. 70 Personen sind bei der Stadt mittlerweile registriert. Die tatsächliche Zahl könnte aber auch höher liegen.
Immer mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kommen auch in Werdohl an. 70 Personen sind bei der Stadt mittlerweile registriert. Die tatsächliche Zahl könnte aber auch höher liegen. © Jan Woitas

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine seien in Werdohl herzlich willkommen, hat Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) erst vor wenigen Tagen während der Friedensdemo der SPD auf dem Brüninghaus-Platz betont. Und doch müsse sich die Stadt Werdohl vorbehalten, einige zunächst zurückzuweisen, schränkte Sozialamtsleiterin Sabine Bleckmann jetzt ein.

Je schlimmer der Krieg in der Ukraine tobt, um so mehr Menschen versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, indem sie ins Ausland fliehen. Neben den direkten Nachbarstaaten ist auch Deutschland eines der Ziele von Frauen, Kindern, Alten, aber auch Männern, die den russischen Bomben, Raketen und Granaten entkommen wollen. Rund 160 000 Flüchtlinge aus der Ukraine wurden laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen bereits in Deutschland registriert. Wer nicht über persönliche Kontakte verfügt, wendet sich nach der Flucht an die deutschen Behörden und bekommt dann einen Platz in einer Stadt oder Gemeinde zugewiesen.

In Werdohl seien bislang etwa 70 ukrainische Flüchtlinge gemeldet, sagte Sozialamtsleiterin Sabine Bleckmann jetzt auf Nachfrage. Dazu muss man wissen: Die Stadt bittet die Geflüchteten zwar, sich registrieren zu lassen, ukrainische Staatsbürger müssen sich aber nicht anmelden, wenn sie bereits eine private Unterkunft gefunden haben. Sie können ohne Visum nach Deutschland reisen, bekommen nach dem Aufenthaltsgesetz für zunächst ein Jahr „vorübergehenden Schutz“ und können wohnen, wo sie möchten.

Haus Werdohl wird wieder genutzt

Es können also durchaus mehr geflüchtete Ukrainer bereits in Werdohl leben, die Stadtverwaltung wusste bis Mittwoch aber nur von 70. Davon seien 17 in städtischen Wohnungen untergebracht worden, berichtete Bleckmann. Sieben weitere habe die Stadt zunächst im seit fast einem Jahr geschlossenen Haus Werdohl einquartiert. „Für sie wird gerade noch eine Wohnung gesucht“, deutete Bleckmann an, dass die Hotelunterbringung nur vorübergehend sein soll.

So willkommen die Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet in Werdohl auch seien, die Stadt müsse sich vorbehalten, einige in die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Bochum zurückzuschicken, sagte Bleckmann. Ohne jegliche Vorankündigung angereiste Menschen könne die Stadt nicht ohne Weiteres unterbringen, dafür benötige sie etwas zeitlichen Vorlauf, erklärte die Sozialamtsleiterin. „Wir müssen für solche Menschen ja auch zunächst noch Wohnungen einrichten“, warb Bleckmann um Verständnis für dieses Vorgehen.

Informationen auch in ukrainischer Sprache

Was ukrainische Kriegsflüchtlinge zu beachten haben, hat die Stadt auch in ukrainischer Sprache auf der städtischen Internetseite zusammengefasst. Informationen finden dort auch Werdohler, die Flüchtlinge aufnehmen oder anderweitig unterstützen möchten. Auch ehrenamtliche Helfer, Dolmetscher oder Sprachmittler können sich über diesen Weg an die Stadt wenden.

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