Krankenhaus-Standort nicht gefährdet

Dr. Hans-Paul Breuer erläutert die Möglichkeiten eines neuen, 110 000 Euro teuren Ultraschallgerätes.

WERDOHL ▪ Zwar war die Belegung in der Stadtklinik im vergangenen Jahr um rund sechs Prozent rückläufig und auch das Defizit ist nicht von schlechten Eltern, doch damit ist der Krankenhaus-Standort in Werdohl nicht in Gefahr. Das sind drei der Erkenntnisse, die die SPD-Fraktion am Donnerstagabend bei einem Besuch in der Stadtklinik gewinnen konnten. Eine weitere positive Nachricht: Die Innere Abteilung von Dr. Solbach erhält durch einen Facharzt Verstärkung, der zugleich auch als Oberarzt eingesetzt wird.

Nach einer ersten Gesprächsrunde vor wenigen Monaten in Hellersen trafen sich die Sozialdemokraten nun erneut mit Robert Schüwer, dem Geschäftsführer der Märkischen Kliniken, um Themen rund um das Werdohler Krankenhaus zu erörtern. Dabei wurde auch deutlich, dass Schüwer wegen der Krankenhaus-Pläne in Altena (Umwandlung in eine Reha-Klinik) kaum Auswirkungen auf Werdohl erwartet. Zwar könne mit einem gewissen Patientenzulauf gerechnet werden, doch das gelte für Hellersen und Letmathe gleichermaßen.

Die rückläufige Belegungszahl, so unterstrich Schüwer, sei nicht Werdohl-spezifisch und liege im regionalen Trend in Westfalen. Man spüre aber die Auswirkungen des demographischen Wandels.

Das für 2009 erwartete Defizit von 1,4 Millionen Euro sei geringer ausgefallen; es landete bei 900 000 Euro. In diesem Zusammenhang gehen die Märkischen Kliniken davon aus, dass in den kleinen Häusern auch in Zukunft ein Zuschussbedarf notwendig sein werde.

Die Sorge in der Bevölkerung, die Notfallversorgung an Wochenenden könne sich in Zukunft schlechter gestalten, zerstreute Robert Schüwer. Diese Versorgung sei auch künftig in der Stadtklinik gewährleistet.

Im Hinblick auf die mittelfristigen Planungen soll – abgesehen davon, dass die Schaffung von Parkplätzen eingeleitet wurde – ein neues und effektiveres Küchenkonzept sowohl für Werdohl, als auch für Hellersen erarbeitet werden. Die Kosten für die Beköstigung der Patienten seien in Werdohl am höchsten und sollen gesenkt werden.

Die vierte Etage des Krankenhauses steht derzeit leer. Das koste Geld, so dass hier über verschiedene Nutzungsmöglichkeiten nachgedacht werde – zum Beispiel für die Altenpflege. Interessanter erscheine jedoch die Vermietung für Fachpraxen. Finanzielle „Miet-Anreize“ für Fachärzte, die sich in Werdohl niederlassen wollen, seien vorstellbar. Auch mit der Lennetz wolle man darüber reden.

Rainer Kanbach

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