Krankenhaus: Defizit sinkt auf 673 000 Euro

Willibald Mertens berichtete auch aus der Beiratssitzung des Krankenhauses. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Das ist schon ein denkwürdiger Vorgang: Genau vor einem Jahr brach über Willibald Mertens ein Sturm herein, weil er als WBG-Ratsherr für Werdohl dem Rat Bericht aus der Beiratssitzung des Krankenhauses erstattet hatte. Robert Schüwer, Geschäftsführer der Märkischen Kliniken, hatte ihm damals rechtliche Schritte angedroht. Er habe mit seinem – inhaltlich übrigens nie angezweifelten – Bericht dem Ansehen der Klinik geschadet. Die ganze Sache geriet zu einem handfesten Eklat. Mertens war schwer eingeschüchtert und verunsichert, konnte sich am Ende aber doch ein einwandfreies Verhalten bescheinigen lassen.

In der Ratssitzung am Montag stand auf der Tagesordnung wieder der jährliche Bericht aus dem Beirat des Krankenhauses, und Willibald Mertens war diesmal keine Spur mehr verunsichert. „Ich will mich auch an Spekulationen darüber nicht beteiligen, warum die Geschäftsführung der Kliniken so herb auf meinen Bericht im Rat reagiert hat“, sagte er. In der Beiratssitzung am 13. Januar habe er seine Position zu den damaligen Vorwürfen deutlich vertreten.

Viele Zahlen, die damals angeblich vertraulich hätten behandelt werden müssen, ließen sich Wochen später auf der Internetseite der Kliniken öffentlich einsehen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Seidel aus Werdohl hatte kurz nach Mertens Bericht gegenüber unserer Redaktion die defizitären Zahlen bestätigt und erklärt. Teile des Geschäftsergebnisses, so Mertens, seien auch öffentlich auf der Seite des Handelsregisters einzusehen. Am Montag war es ihm demzufolge erlaubt, in diesem Jahr ungescholten aus der Beiratssitzung zu berichten. Mertens: „Es mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.“

In der Sitzung des Beirates sei bekannt gemacht worden, dass die ambulante Pflege weiterlaufen werde. Die Küche werde in nächster Zeit geschlossen (der SV berichtete bereits). Der Abriss des Schwesternwohnheimes hat sich durch Belastungen im Boden verzögert. Die geplante Einrichtung von Parkplätzen wird noch nicht realisiert, weil die Klinikleitung städtische Entscheidungen über die umliegenden Schulgebäude abwarten will.

Nach der Wirtschaftsplanung wurde für 2009 ein Defizit von 968 000 Euro festgestellt. Nach der Hochrechnung für 2010 werde sich der Jahresverlust auf 1,276 Millionen Euro erhöhen. Aufgrund der Planung für 2011 soll sich der Fehlbetrag dann wieder auf 673 000 Euro absenken. Mertens: „Für 2011 bedeutet das eine Verringerung des Fehlbetrages um fast die Hälfte.“ Der Fehlbetrag im Werdohler Haus wird durch die Märkischen Kliniken ausgeglichen.

Bei den Belegungszahlen konnte durchgängig ein Rückgang festgestellt werden, der allerdings in der HNO-Abteilung am stärksten ausgeprägt war. ▪ Volker Heyn

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