Positive Nachricht:

Kraftwerk Elverlingsen läuft noch Jahre

Märkischer Kreis/Hagen - Die Enervie-Gruppe und die Bundesnetzagentur haben sich im Streit um die von Enervie angekündigte Abschaltung von drei unwirtschaftlichen Kohle- und Gaskraftwerken verständigt. Das Kohlekraftwerk in Elverlingsen wird zwar ab sofort vom Markt genommen, bleibt aber zum Erhalt der Versorgungssicherheit noch bis mindestens 2020 in Betrieb.

„Für unsere drei konventionellen Kraftwerke in Werdohl, Hagen und Herdecke ist das eine positive Nachricht“, sagte Enervie-Sprecher Andreas Köster am Mittwoch. Die 50 Millionen Euro Defizite dieser Kraftwerke könnten durch die getroffene Regelung etwas abgemildert werden. Zudem bedeute die Zeitspanne des Weiterbetriebs bis vielleicht sogar 2022 eine Planungssicherheit für das Unternehmen.

Enervie betreibt Kraftwerke und mit der Tochtergesellschaft Enervie Asset Network (EAN) auch das zugehörige Stromnetz im südlichen Märkischen Kreis und in der Stadt Hagen. Enervie hatte vor genau einem Jahr bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung der drei Kraftwerke angekündigt, da sie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind. Der Südkreis und Hagen können aber nicht komplett von außen mit Strom versorgt werden, weil es in Hagen-Garenfeld eine Engstelle gibt, die erst in sechs bis acht Jahren technisch beseitigt werden kann.

Diese Engstelle wie auch das übergeordnete Stromnetz wird von dem Unternehmen Amprion betrieben. EAN ist der Ansicht, dass Amprion in der Pflicht stehe, die mit dem Engpass verbundenen Konsequenzen zu tragen. Wie berichtet, hat EAN bei der Bundesnetzagentur ein Missbrauchsverfahren gegen die Amprion GmbH eingeleitet. Hier hat sich die EAN jetzt entschieden, notfalls den gesamten Rechtsweg auszuschöpfen, um die Zuständigskeitsfrage – und damit vor allem die Kostenübernahme – für die Netzkunden zu klären.

Ob die privaten Stromkunden im Südkreis und in Hagen ab Januar höhere Preise erwarten müssen, ließe sich laut Enervie-Sprecher Köster derzeit nicht sicher beurteilen. Er nehme eher an, dass die Stromvertriebe aus Wettbewerbsgründen versuchen würden, die steigenden Netzentgelte nicht sofort an die Privatkunden weiterzugeben.

Auf jeden Fall betroffen seien die Unternehmen in der märkischen Region. Enervie-Sprecher Köster: „Größere Industrieunternehmen müssen je nach Anschlussebene und Abnahmemenge Kostensteigerungen in teilweise bis zu siebenstelliger Höhe einplanen.“ Über Betrieb oder Stilllegung einer Gasturbine in Elverlingsen, einer Gasturbine in Hagen und des Pumpspeicherkraftwerks Rönkhausen müsse bis Ende des Jahres entschieden werden. - Von Volker Heyn

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