Kraftakt im Steinbruch

An der Errichtung der neuen Anlage waren 19 Firmen beteiligt. Im Frühjahr trotzten die Arbeiter dabei einer schneereichen Kälteperiode. - Foto: Koll

WERDOHL - Nach neun Monaten Bauzeit und mit nur zehn Tagen Verzug – im Vergleich zur ursprünglichen Planung – wurde am Freitag die neue Vorbrecheranlage im Grauwackesteinbruch Kleinhammer eingeweiht. Zahlreiche Mitarbeiter, Kunden und Politiker erschienen zum Festakt.

1258 E-Mails habe er im Laufe dieser Zeit zum Thema erhalten – nicht mitgezählt sind die von ihm verschickten Nachrichten –, erklärte Wolfgang Wagner, Produktionsleiter Mineralische Rohstoffe West der Cemex Kies & Splitt GmbH. Er erinnerte an das schneereiche und kalte Frühjahr und betonte in diesem Zusammenhang den Kraftakt aller Beteiligten, den Zeitplan des Bauvorhabens nahezu eingehalten zu haben.

19 Firmen waren in Kleinhammer mit der Arbeit an der neuen Vorbrecheranlage beschäftigt, verriet Wagner. 40 000 Kubikmeter Bodenaushub nahmen diese vor. 1500 Kubikmeter Beton, 540 Tonnen Stahl sowie 20 Kilometer Kabel wurden verbaut. Und im Ergebnis, so der Produktionsleiter, werde die Grauwacke-Förderung in Werdohl leiser, die Lärmimmissionen sinken.

Auch Staub wird es künftig weniger geben. Andreas Richter, Projektleiter Lagerstätten, Genehmigungen und Umweltschutz der Betreiberfirma Cemex freute sich, „dass die Anlage komplett eingehaust ist“. Somit werde die Staubbildung bei im Durchschnitt drei Sprengungen pro Monat weiter minimiert.

Rückblick: Am 29. März 2012 wurden wachsende Risse in der alten Anlage festgestellt. Der Beschluss für einen Neubau fiel am 22. Mai 2012. Am 29. November 2012 wurde die Baugenehmigung erteilt. Projektleiter Richter hob hervor: „Die Grauwacke ist keine graue Maus.“ Der „sehr hoch verdichtete Sandstein“ habe ein Alter von rund 385 Millionen Jahren. „Damals war Kleinhammer noch von einem flachen, tropisch-warmen Meer bedeckt.“ Jeder Mensch habe laut Richter einen Rohstoffbedarf in Höhe von 460 Tonnen Kies, Sand und Naturstein in seinem Leben. Als Beispiel nannte der Fachmann die aktuell allüberall stattfindenden Sanierungen von Autobahnbrücken.

Frank Kessler, Regionalleiter Mineralische Rohstoffe West bei Cemex, ging auf die momentan drohenden Umstrukturierungen in der Branche ein. Fusionierungen und auch Stilllegungen von Produktionsstätten seien denkbar. Die Millionen schweren Investitionen in Kleinhammer ließen den Werdohler Steinbruch gut da stehen. Doch zeigte sich Kessler überzeugt, dass der heimische Standort noch etwas viel Wichtigeres in die Waagschale zu werfen habe: „Unsere fähigen und bodenständigen Mitarbeiter“.

Von Michael Koll

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