Kracht als sicherer Exporteur zertifiziert

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Zoll- und Luffrachtsicherheitsbeauftragter Guido Ludwig vor dem „Käfig“, in welchem Kracht-Pakete versandfertig gemacht werden.

Werdohl - Jetzt ist es komplett, das Zertifikat, welches das heimische Unternehmen Kracht im Bauckloh als „autorisierten Wirtschaftsbeteiligten“ (Authorised Economic Operator) ausweist. Die kurz AEO-Zertifikat genannte Auszeichnung besteht aus mehreren Teilen.

Seit Juni verfügt Kracht nun auch über den Teil, der dem Pumpen-Hersteller bescheinigt, stets in allen Bereichen die Sicherheit zu kontrollieren.

Das Zertifikat wird von der EU vergeben. Notwendig für die Einhaltung der Vorgaben sind auch geschulte Mitarbeiter. Eine allgemeine Schulung der Beschäftigten ist alle sieben Jahre fällig. Sicherheitbeauftragte werden darüber hinaus alle drei Jahre fortgebildet. Kracht-Waren dürfen zudem nur in einer speziellen, eigens neu errichteten Halle, verpackt werden.

Insgesamt hat das Hydraulik-Unternehmen an der Gewerbestraße Investitionen getätigt, die Guido Ludwig – bei Kracht Zoll- und Luffrachtsicherheitsbeauftragter – folgendermaßen beziffert: „Das geht in die Millionenhöhe.“ Doch nicht nur monetär war der Aufwand enorm. Ludwig blickt zurück: „Der gesamte Antrag auf Erteilung des Zertifikats ergab schließlich einen prall gefüllten Din-à-4-Ordner.“

Waren müssen vom Zoll nicht mehr kontrolliert werden

Anfgefangen hat vor drei Jahren alles mit dem AEO-C-Zertifikat. „C steht für Costum, der englische Begriff für Zoll“, erläutert Ludwig. Dieses Zertifikat weist die Firma als einen Exporteur aus, der seine Waren derart gut verpackt, dass sie vom Zoll nicht mehr kontrolliert werden müssen – vorausgesetzt, der Spediteur ist ebenfalls zertifiziert.

Dazu gehört auch das AEO-S-Zertifikat, welches Kracht als „bekannten Sender“ ausweist, dessen Luftfracht nicht überprüft werden muss. „Eine Durchleuchtung eines Pakets am Flughafen geht zu Lasten des Kunden. Wir bei Kracht sparen dadurch nichts ein“, verdeutlicht Ludwig. Ein weiterer Vorteil für den Empfänger: Seine Ware kommt schneller an.

53 Prozent der Warenverkäufe liefert Kracht ins Ausland. Neben den EU-Ländern gehören Kunden weltweit zu den Empfängern. „Bei der Ukraine-Krise“, erinnert sich Ludwig, „waren wir auch vom Export-Verbot nach Russland betroffen.“ Aber alle dortigen Kunden erwiesen sich als geduldig. „Wir haben alles später nachgeliefert. Unsere dortigen Geschäftspartner waren sehr kooperativ.“

Zertifikat gilt nicht für die Ewigkeit

Ein Teil des AEO-Komplettpakets zeichnet auch die Kreditwürdigkeit von Kracht aus. Das Zertifikat ist nun nicht für die Ewigkeit. Zollbehörde wie auch Luftfahrtbundesamt können Kracht jederzeit – auch unangemeldet – kontrollieren. Werden dabei Mängel festgestellt, kann das Werdohler Unternehmen diese unter Umständen beheben. Im Extremfall drohen aber auch ein Verlust des Zertifikates und sogar ein Verbot des Exportes an Nicht-EU-Länder.

Übrigens: Das AEO-Zertifikat ist gültig in der Europäischen Union. Es gibt jedoch in vielen anderen Bereichen der Welt ähnliche Zertifikate, die die Länder teils auch untereinander anerkennen – etwa in China und der Schweiz.

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