Kornmann verlangt Ersatzleistung

WERDOHL - Mühevoll und mit einigen Verständnisschwierigkeiten hatten sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (UsteA) Montagabend im Großen und Ganzen über die Entwurfsplanung für den Brüninghaus-Platz geeinigt, da setzte Kurt Kornmann einen ziemlichen Paukenschlag in die Runde.

Der Bildhauer und Erschaffer des so genannten Schaschlik-Brunnens auf dem Brüninghaus-Platz kam in einer Sitzungsunterbrechung zu Wort und behauptete, niemand hätte mit ihm darüber gesprochen, dass sein Werk abgebrochen und eingelagert werden soll. Kornmann: „Mit Entsetzen lese ich das hier in der Verwaltungsvorlage.“ Er sei zwar bereit zu einem Versetzen des Brunnens, aber für diesen Fall verlange er eine Ersatzleistung. Er verwies dabei auf sein Urheberrecht als Bildhauer. „Über einen Abbruch ist mir mir nicht geredet worden“, sagte er auf ungläubige Nachfrage aus dem Ausschuss. Im Verlauf der Sitzung konnte das nicht geklärt werden. Fachbereichsleiter Bernd Mitschke sagte lediglich, dass er persönlich nicht mit Kornmann gesprochen habe. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Volkmar Güldner-Rademacher verlangte von der Verwaltung, die Sache bis zur nächsten Sitzung des UsteA zu klären.

Güldner-Rademacher hatte die vielen Punkte und Fragen zum Brüninghaus-Platz, auf die die Verwaltung ausführliche Antworten geschrieben hatte, in vier Bereiche gebündelt. Am längsten wurde über den Punkt „Bäume“ debattiert. Der Entwurf sieht vor, alle bisherigen Bäume herauszunehmen und durch neue Anpflanzungen zu ersetzen. Der Platz wird rund 70 Zentimeter ausgehoben und in diesem Bereich liegt alles Wurzelwerk. WBG-Sprecher Volker Oßenberg verlangte ein ums andere Mal, dass doch einige Bäume ausgegraben und an anderer Stelle auf dem Platz wieder angepflanzt werden sollten. Landschaftsarchitekt Christof Geskes, der den Entwurfswettbewerb gewonnen hatte, riet aus Kostengründen eindeutig davon ab. Die Wiederanpflanzung alter Bäume sei höchst risikoreich, weil nicht garantiert sei, dass sie auch wieder anwachsen würden. Außerdem sei das sehr teuer und aufwändig. Gegen alle Widerstände und augenscheinlicher Vernunftgründe blieb die WBG dabei, dass zumindest die Kosten für so eine Aktion ermittelt werden sollen.

Die CDU wollte vom Architekten wissen, warum er sich ausgerechnet für einen runden Brunnen entschieden habe. Das konnte Geskes klar beantworten. Er verwies darauf, dass sein Büro mit genau diesem Entwurf und dem Brunnen als wichtigstes Gestaltungselement den Wettbewerb gewonnen habe. Im Preisgremium saßen auch Politiker, Geskes: „Sie haben das Konzept genau so ausgewählt.“

Die WBG stellte sich als einzige Fraktion komplett gegen einen Brunnen. Oßenberg: „Der macht zu viele Schwierigkeiten und ist zu teuer.“ Besser solle man Spielgeräte aufstellen. Geskes: „Wenn wir den Brunnen wegnehmen, fangen wir bei Null an. Ich verstehe das nicht.“ CDU, SPD und FDP wollen aber alle den Brunnen, die WBG konnte sich hier in keiner Weise durchsetzen.

Von Volker Heyn

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