Kooperation mit Finnentrop

Musikschulleiter Martin Theile steht einer Kooperation mit der Gemeinde Finnentrop positiv gegenüber.

WERDOHL - „Das ist für alle eine Win-Win-Situation. Aus meiner Sicht bedeutet das eine langfristige Sicherung der Musikschule Lennetal“, so beschrieb gestern Musikschulleiter Martin Theile die geplante Zusammenarbeit mit der Gemeinde Finnentrop.

Für die Städte Attendorn und Finnentrop gab es bislang eine gemeinsame Musikschule. Diese wird jedoch, das steht schon fest, zum Ende des Jahres aufgelöst. Politische Unstimmigkeiten zwischen den beiden Kommunen hätten dazu geführt, berichtete Theile. Erklärter Wunsch der CDU-Ratsmehrheit und des Bürgermeisters sei nun eine Kooperation mit der Musikschule Lennetal, die in Trägerschaft der Städte Werdohl, Altena, Neuenrade und Plettenberg liegt. In Attendorn soll eine städtische Musikschule gegründet werden.

„Für uns ist das eine attraktive Geschichte“, beurteilt Theile die geplante Kooperation durchweg positiv. Der demografische Wandel sei für ihn ein ausschlaggebender Grund. Ebenso bedeute die Zusammenarbeit die Sicherung von Arbeitsplätzen. Aufgrund der finanziellen Situation der verschuldeten Städte Altena und Werdohl, bedeute ein weiterer Partner eine langfristige Sicherung der Musikschule.

Da die Musikschule als eingetragener Verein privatrechtlich organisiert sei, sei die Möglichkeit, dass eine Kommune dazu stoße, recht problemlos.

Ob es zu einem Beitritt der Gemeinde aus dem Kreis Olpe kommt, oder ob es zunächst eine Kooperation gibt, steht indes noch nicht fest. Die politischen Beschlüsse der Mitgliedskommunen stehen ebenfalls noch aus. Alle betroffenen Bürgermeister seien aber allesamt aufgeschlossen und wirkten kooperativ an einer Zusammenarbeit, berichtete Theile gegenüber unserer Zeitung.

Einen reibungslosen Übergang wünscht sich Finnentrop vor allem, damit Finnentroper Musikschüler übergangslos beschult werden können. Deren Eltern müssten einzig mit etwas höheren Gebühren der Musikschule Lennetal rechnen. Hier hat die Gemeinde aber bereits übergangsweise eine Subventionierung für die Betroffenen in Aussicht gestellt.

Die bekannten Lehrer könnten den Finnentroper Schülern ebenfalls erhalten bleiben. Ihnen wurde bereits angeboten, analog zu ihrer bisher in Finnentrop unterrichteten Stundenzahl beschäftigt zu werden. Ein Großteil der Lehrkräfte habe dieses Angebot bereits angenommen. Dass Musiklehrer für ihre Arbeit an den Musikschulen Teilzeitverträge erhalten, sei nicht ungewöhnlich, erklärte Martin Theile zu den Anstellungsverhältnissen von vielen seiner Kollegen.

Für die heimischen Musikschüler würde eine Kooperation keine Auswirkungen haben, sagte Theile. Die Änderungen seien an sich nur von struktureller Natur. Der Unterricht werde nach wie vor an den gewohnten Standorten erteilt. Das Jugendsinfonieorchester werde beispielsweise ebenfalls weiter in Werdohl proben. „Es könnte nur sein, dass wir mehr Musiker dabei haben.“

Von Simone Benninghaus

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare