Konzeption soll Gemeinde fit für die Zukunft machen

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Lothar Jeßegus (Kirchmeister) und Dirk Grzegorek (Pfarrer) vor der Friedenskirche in Eveking. ▪

WERDOHL ▪ Fast drei Jahre dauerte die Ausarbeitung einer Gemeindekonzeption der evangelischen Kirchengemeinde Werdohl. Jetzt konnten Pfarrer Dirk Grzegorek und Kirchmeister Lothar Jeßegus den finalen Entwurf präsentieren. „Zuhause sein – Zuhause gestalten“ lautet die Überschrift der Konzeption, die das Profil der Gemeinde schärfen und sie bei weiteren Veränderungsprozessen in der Zukunft unterstützen soll.

Seit Mitte der 80er Jahre verlor die Gemeinde die Hälfte ihrer ehemals 15 000 Mitglieder. Stand 2010 sind noch 36 Prozent der Werdohler evangelischen Glaubens (39 Prozent muslimisch, 22 Prozent katholisch). Deshalb wurden schon zwei Pfarrstellen aufgegeben. Mit seinem Vorruhestand wird auch die Pfarrstelle von Martin Kämper nicht wieder besetzt. Damit bleiben die Pfarrer Dirk Grzegorek und Martin Buschhaus sowie im Entsendungsdienst Dieter Kuhlo-Schöneberg. Für 2013 ist die Aufgabe des Paulus-Gemeindehauses in Pungelscheid geplant. „Wir wollen uns dann an der Kreuzkirche konzentrieren“, erklärten Lothar Jeßegus und Dirk Grzegorek im SV-Gespräch.

„Wir freuen uns über das Zuhause bei Jesus Christus. Er lädt durch uns dazu ein, an diesem Zuhause mitzugestalten“, lautet das Leitbild der neuen Konzeption. Die mahnt unter dem Punkt „Strukturelle Herausforderungen“, dass die Gemeindemitglieder trotz Wohnsitzes in verschiedenen Stadtbezirken näher zusammenrücken müssen. Eine Steuerungsgruppe hatte das Papier mit Unterstützung verschiedener Experten ausgearbeitet.

Schwerpunkte setzt die Konzeption in der Diakonie, der Gemeinschaft, dem Gottesdienst und der Mission. Bei allen Ausführungen dazu taucht immer wieder das Wort Gemeinschaft auf. „Wir müssen die Menschen abholen und gewinnen“, sagt dazu Pfarrer Grzegorek und verweist auf viele Angebote des Gemeindelebens. „Unsere Gemeinde ist so vielgestaltig wie die Menschen, die zu ihr gehören“, heißt es zudem in der Konzeption.

Eine große Aufgabe sehen die beiden vor allem in der Finanzierung des Gemeindelebens. Schon 2004/05 mussten im Zuge von Sparmaßnahmen ein Kirchengebäude und ein Kindergarten geschlossen werden. Derzeit kommt die Gemeinde mit den ihr durch Kirchensteuerzuweisungen und Spenden zur Verfügung stehenden Mitteln aus. Ab 2015 rechnet Lothar Jeßegus wieder mit einem negativen Haushaltsabschluss. „Wir wollen aber nicht nur sparen“, betont der Presbyter. Aufgabe für die Gemeinde sei es neue Finanzierungsquellen zu erschließen.

Eine Möglichkeit nutzt die Gemeinde schon seit vier Jahren – Kirchgeld war damals eine Art Pilotprojekt der Landeskirche. „Etwa zehn Prozent – 100 000 Euro – unseres Haushalts machen diese, meist zweckgebundenen Spenden, bereits aus“, sagt Jeßegus zum Freiwilligen Kirchgeld, bei dem viele Gemeindemitglieder speziell unterstützen. „Das ist ein sehr wichtiger und dementsprechend wertzuschätzender Posten“, betont Dirk Grzegorek auch die Dankbarkeit der Gemeinde den Spendern gegenüber. Ohne diese Hilfen hätten wichtige Projekte wie Arche, Hausaufgabenhilfe oder Tafel nicht angeschoben werden können. Von der Zweckgebundenheit würden die Gemeindeleiter gerne etwas abrücken, um die Gelder besser verteilen zu können. „Da müssen wir die Leute dahin bringen, das auch zu verstehen“, sieht Jeßegus eine weitere Aufgabe.

Ihre Zuversicht lassen sich die beiden Männer durch die Problemstellungen für die Gemeinde nicht nehmen. „Wir wollen gegen den Trend wachsen“, formuliert es Dirk Grzegorek optimistisch und meint damit vor allem die inhaltliche Arbeit. Daneben soll sich auch die Präsentation nach außen verbessern, unter anderem mit einem einheitlichen neuen Logo. „Wir warten nicht bis uns die Entwicklungen überrollen“, sind Grzegorek und Jeßegus vom Wirken der neuen Konzeption überzeugt. ▪ David Schröder

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