Konzeptänderungen für nächstes Mal angedacht

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Sportwart Udo Müller, Vorsitzender Andreas Schreiber und Geschäftsführer Thomas Reiche stellten sich der Kritik des erweiterten Vorstands und des Beirates.

WERDOHL - Einigkeit herrschte in zweierlei Hinsicht bei der als Meckersitzung bezeichneten Zusammenkunft des erweiterten Vorstands mit Beirat des Werdohler Schützenvereins (WSV) am Donnerstagabend im Restaurant Vier Jahreszeiten: Zum einen fanden alle der 25 Anwesenden, dass das Schützenfest zu Monatsbeginn „sehr schön“ gewesen sei. Der Ex-Regent Peter Scheumann lobte: „Das war ein genialer Abschluss für mich.“ Zum anderen mahnten sie einmütig eine Änderung des Konzeptes an.

Konkret, so referierte der Schützen-Vorsitzende Andreas Schreiber, sei wohl das „Freibad- und Gartenwetter zu schön“ gewesen. 2600 Euro Minus habe der WSV mit dem 183. Schützenfest eingefahren. Die – nach langer Durststrecke in der ersten Jahreshälfte – sonnige Witterung habe zum Ausbleiben der Gäste geführt. Alleine 3400 Euro weniger Einnahmen in Bezug auf die Zelteintritte machten den Schützen zu schaffen.

Folgedessen seien aber eben auch neun Hektoliter Bier weniger abgesetzt worden. „Dazu standen die Raucher stets draußen“, bemängelte Schreiber. Und auch beim Ständchen an der Stadtklinik habe der Zuspruch gefehlt: „Nur drei Leute haben zugehört – zwei Passanten und ein einziger Patient.“

Positiv dagegen sei die Verpflichtung der Band Schlussakkord rund um die Werdohler Sängerin Elisabete Vidal gewesen, erläuterte Schreiber. „Das war ein Glücksgriff, der fast jeden Festbesucher begeistert hat.“ Prompt gab es aber eine Besucherin der Meckersitzung, die vielmehr meinte, diese Band habe zu laut gespielt.

Auch habe der „neue, flache Vogel den Schüssen standgehalten und ausreichend lange oben gehangen“, zeigte sich der Ober-Schütze erleichtert. Schießmeister Udo Müller ergänzte diesbezüglich: „es wurden sogar mehr Schüsse gebraucht als im Vorjahr, um den Jungschützenkönig und den Schützenkönig zu ermitteln.“

Für kommendes Jahr hofft nun Andreas Schreiber auf wieder mehr Schützenfestbesucher. Allerdings hat er schon einmal in den Kalender geschaut und festgestellt, dass am Schützenfestfreitag das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ausgetragen wird.

Geschäftsführer Thomas Reiche monierte, „dass die Fahrgeschäfte auf der Kirmes abends teilweise schon um 21 Uhr zu waren. Und außerdem war das eh alles nur alter Schrott.“ Seit Jahren zeigen sich die Werdohler Schützen enttäuscht, dass sie keine allzu attraktiven Fahrgeschäfte in die Stadt holen könnten.

Freitags und insbesondere montags sei das Zelt so gut wie leer gewesen. Deshalb regte Hans-Werner Alfringhaus an, „dass Schützenfest am Montagnachmittag ausklingen zu lassen“.

Eine andere Anregung aus der Versammlung heraus war, bei der Zeltparty fortan nicht mehr auf „Ballermann-Stars, die kein Mensch kennt“ zu setzen. Stattdessen wurde angeregt, an ehemalige Größen der Neuen Deutschen Welle zu denken – „da haben wir alle mehr von“.

Eine weitere Idee war, den Vogel in jedem Jahr für alle frei zu geben – und nicht mehr im Vier-Jahres-Rhythmus an jeweils nur eine Kompanie. Sportwart Müller konterte: „Dann verlässt sich doch nur jede Kompanie auf die drei anderen.“ Das könne aber umgangen werden, so der Versammlungsteilnehmer, indem jede Kompanie verpflichtet werde, mindestens einen Kandidaten zu benennen.

Ein weiterer Einwand war, dass viele potentielle Königs-Kandidaten davon abgeschreckt würden, dass sie nicht ihre eigene Frau zur Königin nehmen dürften. Der neue Schützenkönig Hans-Jürgen Erbstößer ergänzte, es müssten „auch endlich Frauen am Königsschießen teilnehmen dürfen“.

In andere Städte hatte ein anderer Schütze geschaut. „Dort haben sie das Rauchverbot im Zelt ignoriert. Und der Bürgermeister hatte im Vorfeld schon erklärt, dass er das Bußgeld übernehmen werde.“ Diese Regelung sollte doch der WSV übernehmen.

Zum Schluss der anderthalbstündigen Meckersitzung erklärte der neue Regent Erbstößer, dass er sich nur aufgrund der Vorberichterstattung im Süderländer Volksfreund habe „überreden“ lassen, Königsanwärter zu werden. Andere Wortmeldungen jedoch kritisierten die öffentliche Diskussion.

Schließlich gab der Vorsitzende Schreiber noch die anstehenden Termine bekannt: Für den 31. August lade die zweite Kompanie zum Sommerfest mit Spanferkel-Essen. Und am 7. September solle wieder eine Ruderregatta stattfinden.

Von Michael Koll

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