Werdohler Lennebogen

Konzept liegt auf dem Tisch, aber für die Umsetzung fehlt das Geld

Planer Hans-Joachim Berger (rechts) hatte den Ustea-Mitgliedern schon im Februar vor Ort erläutert, wie er sich die Gestaltung des Lennebogens vorstellt.
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Planer Hans-Joachim Berger (rechts) hatte den Ustea-Mitgliedern schon im Februar vor Ort erläutert, wie er sich die Gestaltung des Lennebogens vorstellt.

Das Konzept, das das Bad Sassendorfer Planungsbüro Berger für den Werdohler Lennebogen erarbeitet hat, liegt auf dem Tisch. Der Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung (Ustea) hat es am Dienstagabend gebilligt. Ob und wie es umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt.

Werdohl ‒ Die Stadt hatte die Ausarbeitung des Konzeptes in Auftrag gegeben, um den beliebten Rad- und Spazierweg entlang der Lenne weiter aufzuwerten. Die Planer sollten bei ihrer Arbeit Bezüge zu den vier Elementen Wasser, Licht/Luft, Feuer und Erde herstellen. Planer Hans-Joachim Berger, der dem Ausschuss das Konzept im Februar schon einmal vor Ort erläutert hatte, legte dem Ausschuss nun das abschließende Ergebnis seiner Arbeit vor.

Das Filetstück des Lenneufers

Die Reaktionen der Politiker waren durchweg positiv, auch wenn nicht jedes Detail des Konzeptes mit Beifall bedacht wurde. Mit größter Skepsis blicken viele zum Beispiel auf Bergers Vorschlag, den Parkplatz an der Goethestraße aufzugeben und als großzügige Grünfläche mit attraktiver Außengastronomie und Erlebnisqualität neu zu gestalten. Das sei das „Filetstück des gesamten Werdohler Lenneufers“, sagte Berger am Dienstag noch einmal. Der Verzicht auf 100 Stellplätze in der Innenstadt wäre aber wohl mit den meisten Politikern nicht zu machen, musste der Planer bereits erfahren.

Mit dem Beschluss über das Konzept ist noch nichts in Stein gemeißelt.

Thomas Schroeder, Leiter der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement der Stadt Werdohl

Thomas Schroeder, Abteilungsleiter für Bauen und Immobilienmanagement im Rathaus, versuchte am Dienstag, diesem Thema die Brisanz zu nehmen. Mit dem Beschluss über das Konzept sei ja „noch nichts in Stein gemeißelt“, beschwichtigte er nach einem Einwand von WBG-Fraktionsvize Klaus-Dieter Frick. Es werde auch in Zukunft noch über Art und Umfang einzelner Maßnahmen zu entscheiden sein.

Arbeitsauftrag an die Verwaltung

Das hatte gewirkt. Die Zustimmung zu dem Konzept fiel letztlich einstimmig aus und enthielt einen Arbeitsauftrag an die Verwaltung: Sie solle nun prüfen, wie die einzelnen Maßnahmen mit Hilfe von Fördermitteln umgesetzt werden können, hieß es im Beschluss. Denn Realität kann aus den Plänen in den Köpfen und auf dem Papier erst werden, wenn auch Geld investiert wird.

Woher soll das Geld kommen?

Die Stadt setzt hier zunächst auf das interkommunale Handlungskonzept „Lenneschiene 2.0“, mit dem die acht Lennetal-Kommunen Iserlohn, Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl, Plettenberg, Finnentrop, Lennestadt und Schmallenberg die rund 140 Kilometer lange Lenneroute zu einem durchgängigen Rad- und Fußweg ausbauen wollen. Geld dafür erhoffen sie sich aus dem Strukturförderprogramm „Regionale 2025“. Den ersten von drei dafür erforderlichen Sternen hat das Projekt schon erhalten, den zweiten kann es für ein tragfähiges Konzept geben, für das Werdohl nun einen Baustein liefert. Mit dem dritten Stern sind Fördermittel sicher.

Versteckter Rat des Planers

Werdohl will sich aber nicht ausschließlich auf dieser Geldquelle verlassen. Es sei auch eine Förderung aus anderen Töpfen denkbar, sagte Abteilungsleiter Schroeder, ohne aber konkrekt zu werden. Planer Berger wies auf den Vorteil hin, nun zumindest schon einmal ein Konzept für den Lennebogen in den Händen zu halten. „Es ist immer gut, wenn man einen Plan in der Schublade ha für den Fall, das irgendwo noch Fördermittel übrig sind“, gab er den Werdohlern den versteckten Rat, Augen und Ohren offenzuhalten, um im richtigen Moment eine Geldquelle erschließen zu können. Wann die Konzeptideen also umgesetzt werden, ist noch ziemlich offen.

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